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Aktuelle Mission der Baikonur
Autor: Crew

Der folgende Text entstand in Zusammenarbeit der verschiedenen Crewmitglieder und ist für die Besucher der Verbandshomepage gedacht, die eine Mitgliedschaft im Verband erwägen und in die Handlung der Baikonur reinschnuppern wollen. Es handelt sich um die laufende, noch nicht abgeschlossene Handlung


„Persönliches Logbuch Katya Rubliowa, Sternzeit 70200.8.


Der Flug zurück zu Deep Space Four und dann weiter zur Erde ist glücklicherweise ruhig verlaufen. Das hat es mir ermöglicht, jeweils Teilen der Crew freizugeben. Ich habe die letzten paar Tage hier auf der Erde bei meiner Familie sehr genossen. Es war schön, wieder einmal Zeit mit Dimitri zu verbringen. Wer hätte gedacht, daß der Kleine tatsächlich auf die Akademie geht. Die zielstrebige Art hat er wohl von Tanya geerbt. In weniger als vier Jahren wird mein kleiner Neffe schon als Ensign auf einem Schiff der Sternenflotte dienen.“


Katya machte eine Pause während sie ihre Teetasse in den Replikator zurückstellte.


„Bereits morgen geht es wieder los. Starbase 332 wurde zerstört. Nach ersten vorliegenden Untersuchungen hat es den Anschein, als ob die Basis von klingonischem Disruptorfeuer zerstört wurde. Wir haben den Auftrag, den Föderationsbotschafter für das klingonische Reich, der sich gegenwärtig auf der Erde befindet zurück nach Q'onoS zu eskortieren und den Vorfall dort zu untersuchen. Der Kanzler schwört Stein und Bein, daß sein Volk nichts mit der Zerstörung des Föderationsaußenpostens zu tun hatte. Meiner Meinung nach macht die Sache keinen Sinn. Wieso sollten die Klingonen auf einmal einen unserer Außenposten zerstören? Wieso den Vertrag von Khitomer gefährden?“


Erneut eine Pause, in der Katya sich die Uniformjacke überzog und schloß. Ein Lächeln trat auf ihr Gesicht.


„In jedem Falle habe ich jetzt die Freude zwei Neuankömmlinge begrüßen zu können, auf die ich mich sehr freue.“




Mit einem leisen Seufzen stand Josephine auf. Es war eine ganze Weile her, seitdem sie zuletzt hier gewesen war. Sieben Jahre waren vergangen. Sieben Jahre, die mit Arbeit angefüllt gewesen waren und geholfen hatten, die Wunden zu heilen, die sein Tod gerissen hatte. Ein Teil von ihr liebte ihn noch immer. Würde ihn auch immer lieben. Er war einzigartig gewesen.


Ihre Mutter legte ihr den Arm um die Schultern. Catherine wurde unübersehbar alt. Unzählige Runzeln zierten ihr Gesicht. Schon bald würde ihre Maman 70 Jahre alt werden, und vermutlich würde Joe mal wieder nicht zu Hause sein, um diesen Tag mit ihrer Mutter zu feiern. Das gehörte zum Leben bei der Sternenflotte ebenso dazu wie der oft aufregende Alltag. Wie so häufig würde ein Gespräch über Subraum genügen müssen.


„Habe ich Dir schon gedankt, daß Du Dich so liebevoll um Akrems Grab kümmerst, Maman?“, fragte sie nun wohl zum 50. Male nach. Die alte, grauhaarige Dame lächelte gütig. „Bien sur, chérie!“, lautete die Antwort, wohl auch zum 50. Male. Gemeinsam wandten sich die beiden Frauen vom Grab ab und gingen die wenigen Schritte bis zum Friedhofstor. Daß zwischen den beiden keinerlei Ähnlichkeit bestand war kein Zufall. Catherine und Charles deVille waren beide um die 30 Jahre gewesen, als sie herausgefunden hatten, daß sie keine eigenen Kinder würden haben können auf Grund eines Gendefekt Catherines. Und so hatten sie sich dazu entschlossen stattdessen eine Waise zu adoptieren. Josephine konnte sich an ihre leiblichen Eltern nicht mehr erinnern, sie waren gestorben als sie erst wenige Monate alt gewesen waren.


„Wann mußt Du wieder losfliegen, Chérie?“, wollte Catherine wissen. Josephine lächelte ihre Mutter zärtlich an und antwortete ihr: „Bereits morgen früh, Maman. Wir fliegen nach Q'onoS.“


„Dann laß uns den heutigen Abend noch genießen. Ich habe noch eine Flasche Frühlingswein aufgehoben. 2388 soll angeblich ein vorzüglicher Jahrgang sein“, meinte Catherine, während sie mit ihrer Tochter die kleine Anhöhe, auf der sich der Friedhof befand herabschlenderte.




Auf der Transporterplattform der Baikonur materialisierten zwei Personen. Katya lächelte und wartete, bis die beiden Männer zu ihr und Nika herabgestiegen waren. Lächelnd hielt sie dem Botschafter ihre Hand hin. Mit einem kräftigen Händedruck wurde sie mit einem knappen: „Captain“ begrüßt. „Botschafter Worf“, begrüßte sie den Mann. „Es ist eine Ehre, Sie an Bord zu haben“, fügte sie hinzu. Worf nickte. Katya deutete auf Nika. „Dies ist mein Erster Offizier, Commander McNamara. Sie wird Sie zu ihrem Quartier begleiten“, stellte sie die Halbhaliianerin vor. Erneut wurden Hände gedrückt. Worf nickte erneut. „Gut. Wir starten morgen früh?“, vergewisserte sich Worf. Katya nickte. „Ich habe für 0700 ein Missionsbriefing angesetzt. Ich würde es begrüßen, wenn Sie teilnehmen würden“, informierte sie den Botschafter. „Gerne“, gab Worf knapp zur Antwort und verließ dann mit McNamara den Transporterraum.


Mehr als nur ein wenig unschlüssig drehte sich Katya zum zweiten Neuankömmling herum. Sie machte einen Schritt auf den Mann zu, drehte sich dann herum und sagte zu Ensign Mendelsson: „Wegtreten, Ensign.“ Sie sah dem jungen Mann nach, bis sich die Türen des Transporterraums hinter ihm geschlossen hatten, dann drehte sie sich zu dem Mann hinter ihr zurück. Zögerlich ging sie auf ihn zu. Ehe sie so recht wußte, wie ihr geschah wurde sie in seine Arme gezogen und herzlich gedrück. Fest drückte sie ihn an sich. „Willkommen zu Hause, mein Lieber. Ich habe Dich vermißt“, sagte sie, während ihr Tränen in die Augen traten. Lemexx rückte sie ein Stückchen von sich ab, lächelte sie an und wischte ihr die Tränen aus den Augenwinkeln. „Ich habe Dich auch vermißt. Es ist schön, wieder da zu sein. Laß uns nach Hause gehen“, sagte er, nahm sie bei der Hand und zog sie hinter sich her aus dem Transporterraum.




Pünktlich um 7 Uhr früh am nächsten Morgen betrat Katya den Besprechungsraum. Ihre Führungsoffiziere waren bereits vollständig anwesend. Auch Botschafter Worf saß in einem der freien Sessel. Katya lächelte, ließ sich in den Sessel fallen und begann dann das Briefing.


„Guten Morgen. Seit einigen Minuten befinden wir uns auf dem Weg zur ehemaligen Position von Starbase 332. Wir werden dort die Crew der Ghandi bei den Untersuchungen des Vorfalls unterstützten. Nach deren vorläufigen Bericht scheint die Zerstörung auf klingonisches Disruptorfeuer zurückzuführen zu sein. Ich habe den Bericht in unsere Datenbank überspielen lassen. Mr. Zatar, Mr. Tarlan, bitte sehen Sie sich den Bericht vorab schonmal an. Im Anschluß daran werden wir nach Q'onoS weiterfliegen. Dort wird es Botschafter Worf obliegen, die Angelegenheit mit dem Kanzler zu besprechen“, erklärte sie die vor ihnen liegende Mission.


Sie sah in die Runde, ob sich Fragen ergaben. Anscheinend hatte niemand welche. Sie lächelte erneut. „Wir werden vermutlich einen ruhigen Flug haben. Nutzen Sie die Zeit sich auf die Mission vorzubereiten. Weggetreten“, beendete sie die ausgesprochen kurze Besprechung.


Nach Ende der Besprechung strömten die Führungsoffiziere aus dem Besprechungsraum der Baikonur. Ensign Kvam nahm an seiner Konsole im vorderen Drittel der Brücke Platz. „Kurs setzen, Mr. Kvam“, verlangte Katya, während sie sich in ihren eigenen Stuhl sinken ließ. Sie brauchte nicht sagen wohin, denn die Besprechnung hatte mit der Information geendet, daß sie nun zu den Koordinaten aufbrechen würden, an denen sich die zerstörte Station befunden hatte.


Eilig tippte der Norweger auf seiner Konsole herum. „Kurs gesetzt“, erklärte er bereits einige Augenblicke später. Katya nickte. „Beschleunigen!“, orderte sie und nur einige Augenblicke später war auf dem Bildschirm zu sehen, wie die Erde aus dem Fokus der Kamera verschwand. Die Baikonur drehte sich von der Erde weg und nahm ihren Weg hinaus aus dem Sonnensystem auf. Die Planeten blieben zurück und schon bald beschleunigte das Schiff der Prometheus-Klasse auf Warp. Die Sterne verschwommen zu Streifen, während die Baikonur die Reise zur klingonischen Grenze antrat.




„Tee?“, fragte Nika ihre Captain. Die nickte nur, während sie ein wenig gedankenverloren aus dem Fenster auf die dahingleitenden Sterne sah. Wie stets um diese Uhrzeit hatten die beiden Frauen sich zu einer inoffiziellen Besprechung getroffen. Während dieser Besprechungen sprachen sie über die verschiedensten Dinge – nicht notwendigerweise nur dienstliche.


Nika reichte den Tee an Katya weiter und ließ sich dann auf dem freien Ende der Couch nieder. Sie sah selber einen kurzen Moment aus dem Fenster. Auch ihre Gedanken waren bei der gerade angelaufenen Mission. „Es macht einfach keinen Sinn“, meinte sie dann. Katya nickte gedankenverloren, nippte an ihrem Tee und wandte ihre volle Aufmerksamkeit dann ihrer Nummer Eins zu. „Da haben Sie ganz recht, Nika“, meinte sie. „Aus welchem Grund sollten die Klingonen auf einmal den Khitomer-Vertrag gefährden?“, fragte sie. Ein Lächeln trat auf ihr Gesicht. „Gut, einem Klingonen ist ja üblicherweise so ziemlich jeder Grund für einen Kampf recht, aber das politische Gleichgewicht zu stören gehört nun nicht dazu“, ergänzte sie. Nika nickte. „Vielleicht sollten wir ein Gespräch mit Ensign Smock führen?“, fragte sie. Katya sah wieder aus dem Fenster, dann nickte sie. „Tun Sie das. Ich verspreche mir nicht viel davon, da ich nicht glaube, daß seine Familie großen Einfluß im Reich hat, aber schaden kann es sicherlich nicht, wenn er sich mal bei seinen Kontakten umhört“, meinte die Captain. Nika nickte. Es hatte was von einem Griff nach dem sprichwörtlichen rettenden Strohhalm. Die ganze Sache machte einfach keinen Sinn.


Erneut sah die Captain eine Weile aus dem Fenster, dann sah sie wieder zurück zu Nika. „So, wie ich es sehe, handelt es sich entweder um ein internes Problem der Klingonen, oder eine dritte Partei versucht den Alpha-Quadranten zu destabilisieren. Wenn es gelänge, die Klingonen für einen derartigen Vorfall fälschlich verantwortlich zu machen, dann würde das zu einer merklichen Abkühlung der Beziehung führen. Wer weiß, am Ende könnte der derzeitig herrschende Status Quo aufgehoben werden“, meinte sie dann.


Nun war es an Nika aus dem Fenster zu sehen. „Die Möglichkeiten gefallen mir alle nicht. Sie sind aber wahrscheinlicher als ein Übergriff auf Veranlassung des hohen Rates“, sagte sie. „Stellt sich nur die Frage, welche Alternative denn nun tatsächlich zutrifft und wer dafür verantwortlich ist.“




Tarlan saß an seinem Computerterminal und studierte mit der ihm eigenen Sorgfalt und Genauigkeit den vorläufigen Bericht der Ghandi. Bisher hatte man noch nicht allzuviel feststellen können. Die Trümmer der Station waren erfaßt und untersucht worden. Bisher hatte sich nichts ungewöhnliches gezeigt. Die Signaturen, die die Waffen zurückgelassen hatten, waren definitiv klingonischen Disruptoren zuzuordnen. Der Halbvulkanier scrollte durch die Liste der Trümmerstücke, hob eine Augenbraue, wechselte in eine andere Liste, hob erneut die Augenbraue und aktivierte dann seinen Kommunikator.


„Tarlan an Captain Rubliowa“, meldete er das gewünschte Gespräch an. Der Bordcomputer stellte die Verbindung her und kurz darauf meldete sich die Captain: „Ja, Mr. Tarlan?“


„Captain, ich habe bei der Sichtung des Berichts der Ghandi eine Unregelmäßigkeit gefunden, die ich für erwähnenswert halte“, informierte er die Captain. „Dann kommen Sie bitte in meinen Raum, Mr. Tarlan“, ordnete die Captain an. „Aye, Ma'am“, antwortete der Halbvulkanier protokollgemäß, während er bereits aus seinem Stuhl aufstand, um sich auf den Weg zum Besprechungsraum zu machen.




Kurz darauf zeigte das obligatorische Piepsen den beiden Frauen im Bereitschaftsraum der Captain an, daß jemand Eintritt begehrte. „Herein!“, sagte Katya, und kurz darauf verschwand die Tür in der Wand neben ihr. Tarlan wurde sichtbar und trat durch die Tür hindurch, die sich hinter ihm wieder zuschob. Katya deutete auf den noch freien Zweisitzer. „Möchten Sie auch etwas trinken“, fragte Nika nach. Tarlan schüttelte den Kopf und setzte sich kerzengerade auf den angewiesenen Platz, in seiner Hand das Padd, das er vorher studiert hatte. Er reichte es Katya hin, die warf einen Blick darauf und fragte dann: „Das vollständige Inventar der Station?“


Tarlan nickte. „Ja. Ich habe es mit den gefundenen Trümmern abgeglichen, da ich eine Massendiskrepanz entdeckt habe“, erklärte er. Nika hob eine Augenbraue. „Die Masse der Trümmerstücke entspricht nicht der Summe der Massen aus Station und Inventar?“, fragte sie nach. Tarlan nickte erneut. „Was fehlt?“, wollte Katya dann wissen.


„Soweit ich es nur aus den vorliegenden Daten erkennen kann fehlt soviel Masse, wie die Fracht der Horizon betragen hat“, erklärte Tarlan. Katya scrollte durch die Inventarliste. „Paralithium?“, fragte sie dann alarmiert nach. Auf Nikas Gesicht zeichnete sich ein ähnlich alarmierter Zustand ab, wie zuvor in der Stimme der Captain. Talan nickte. „Die Ghandi hätte die Fracht planmäßig an Bord nehmen sollen, deshalb befand sie sich auch am nächsten an der Station, als sie zerstört wurde“, erläuterte er. „Und wir sind sicher, daß die Ghandi das Paralithium nicht doch an Bord genommen hat?“, fragte Nika nach. Tarlan schüttelte den Kopf. „Nicht nach dem, was sich aus dem vorläufigen Bericht ergibt“, beantwortete der Halbvulkanier die Frage.


Katya stand vom Sofa auf und ging hinüber zu ihrem am Schreibtisch befindlichen Terminal. „Wir werden es gleich genau wissen“, meinte sie, und aktivierte das Gerät. „Eine Verbindung zu Captain Summers von der Ghandi, Mr. Conners“, wies sie den Ops-Offizier an. Kurz darauf blickte ihr Captain Summers auf dem Bildschirm Ihres Interkoms entgegen.


„Andreas, stimmt es, daß Sie auf dem Weg zu Starbase 332 waren, um von dort aus eine Ladung Paralithium zu übernehmen?“, fragte Katya ihren Kollegen. Summers nickte. „Das ist richtig“, bestätigte er auch verbal. Katya hakte weiter nach. „Habt ihr die Ladung noch an Bord nehmen können?“, wollte sie wissen. Dieses mal antwortete ihr ein Kopfschütteln. „Nein, wir sind erst einige Stunden nach der Zerstörung der Station hier angekommen“, erklärte er, dann runzelte er die Stirn und bemerkte: „Aber das weißt Du doch längst.“


Diesesmal nickte Katya. „Ja. Ich wollte mir von Dir bestätigen lassen, daß ihr das Paralithium nicht habt. Mein Sicherheitschef hat mich gerade darauf hingewiesen, daß es zu fehlen scheint“, informierte sie ihr Gegenüber. Auch Andreas sah nun besorgt aus. „Das wirft ein ganz neues Licht auf diesen Fall. In den falschen Händen mit dem technischen Know-How kann aus Paralithium waffenfähiges Trilithium hergestellt werden.“


"Was braucht man, um aus Paralithium Trilithium herzustellen?" fragte Katya ihren Wissenschaftsoffizier Floyd. Die Captain der Baikonur stand mit Nika MCNamara und dem Formwandler an dessen Computerkonsole auf der Brücke des Schiffs. Floyd suchte ein paar Daten auf dem Computer heraus, während er erläuterte:

"Physikalisch betrachtet ist Paralithium ein stabiles Element. Man kennt es noch nicht sehr lange. Entdeckt wurde es 2289. Dennoch wurde es in die Klasse der radioaktiven Stoffe eingeteilt." Verwundert sahen sich Katya und Nika an. Wie kann ein Element, dass nicht instabil ist und nicht zerfällt, eine Strahlung aussenden wie ein radioaktives Element?

Floyd lieferte die Antwort promt: "Anders als alt bekannte strahlende Stoffe, reagiert Paralithium stark auf seine Umwelt. Wird es zu heiß, beginnt der Zerfall. Kommt es mit bestimmten Edelgasen in Berührung oder reagiert es mit anderen Strahlungen - setzt der ebenfalls der radioaktive Prozess ein."

"Und durch diese Gefahren wird aus Paralithium Trilithium?" fragte Nika.

"Nein, durch diese Einflüsse würde man lediglich ein strahlendes Isotop bilden. Um nun aber Trilithium herstellen zu können, muß man den Kern Über-Bereichern. Diese Technik ist noch jünger als die Entdeckung des Paralithium. Dabei beschießt man den Paralithium-Kern mit sechs verschiedenen anderen Stoffteilchen und erreicht so ein Mischungsverhältnis, dass einen ganz neuen Stoff hervorbringt."

"Trilithium" ergänzte Katya.

"Richtig. Trilithium ist extrem gefährlich, da es ein stabiler Stoff ist, der praktisch unzerstörbar ist. Kommt er aber mit Paralithium in Berührung, lösen sich alle Isotope gleichzeitig und es beginnt eine Kettenreaktion, die so verheerend ist, dass sie eine Sonne zum Stillstand bringen könnte. Und dafür würde gerade mal die Menge Trilithium ausreichen, die auf einen Teelöffel passt. Und nicht nur deswegen ist sie so gefährlich. Die Druckwelle, die aus dieser Explosion entstehen würde, trägt die Trilithium-Teilchen durch ein ganzes Sonnensystem fort. Und wenn diese Teilchen abermals auf Paralithium treffen, beginnt diese Reaktion von vorn." erklärte Flyd.

"Damit könnte man also ein ganzes System auslöschen?" fragte Nika entsetzt.

"Genau so sieht es aus." erwiderte Flyod trocken.

"Deswegen wurde es verboten. Mister Floyd, was braucht man für diese Über-Bereicherung, von der sie sprachen? Wie kann man Trilithium herstellen?"

"Für den erfolgreichen Beschuß eines Kerns mit gleichzeitig sechs anderen Kernen, benötigt man einen Multi-Fusions-Detektor und einen angeschlossenen Fusionsreaktor. Außerdem sind diese Anlagen sehr groß. Mindestens 50 Kilometer im Durchmesser. Im Föderationsgebiet gibt es nur zwei solcher Anlagen. Eine davon ist auf der Erde." erläuterte der Formwandler, während er die Daten auf seinem Terminal abrief.

"Den können wir wohl ausschließen." sagt Nika.

"Der zweite ist auf Meridian 8. In diesem System wurde bereits Trilithium entdeckt, nachdem ein irrer Wissenschaftler Namens Soran versuchte die dortige Sonne zu vernichten. Es mißlang ihm - zum Glück." erklärte Floyd.

"Ich kenne das System aus den Berichten. Befinden wir uns also wieder mal auf den Spuren der Enterprise." erklärte Katya und drehte sich dann entschlossen um. Laut hallte ihr Befehl dann durch die Brücke: "Mister Kvam, Kurs auf das Meridian-System. Maximum-Warp. Beschleunigen!"

Mister Kvam quittierte kurz und gab dann Gas.

Katya drehte sich zurück: "Gut gemacht Mister Floyd. Versuchen sie noch weitere Fakten herauszufinden, die uns vielleicht helfen können."

"Eye Mam" antwortete Flyod und wandte sich wieder seinem Computer zu.

Katya drehte sich zu Nika: "Wenn wir Glück haben, ertappen wir unsere Attentäter vielleicht auf frischer Tat im Meridiansystem."

Dann wandte sich Katya wieder der Crew zu: "Mister Tarlan, stellen sie bewaffnete Außenteams zusammen. Und lassen sie taktische Trainigssimulationen laufen. Ich will auf alles vorbereitet sein! Ensign Conners, sobald wir in Reichweite sind, rufen sie die Forschungsstation auf Meridian 8 über den Notrufkanal. Und scannen sie alle Frequenzen auf Aktivität im Meridiansystem. Nicht nur die Klingonischen!" befahl die Captain.

"Sie glauben nicht, dass es die Klingonen sind?" hakte Nika nach.

Katya drehte sich zu ihr und sprach nun sehr leise. Fast als wollte sie flüstern: "Klingonen beschäftigen sich mit physikalischer Feldforschung? Das klingt mir nicht nach dem ehrbaren Weg des Kriegers. Und dann schießen sie wie wild auf eine Station, von der sie wissen, dass sich dort instabile Materie befindet? Commander, ich finde, das alles sieht viel zu einfach aus. Klingonische Disruptoren kann man inzwischen auf jedem Schwarzmarkt ergattern. Vielleicht sogar ganze Schiffe. Wer auch immer diesen Überfall begangen hat, ich zweifle mehr und mehr daran, dass es Botschafter Worfs Landsleute waren."

"Ich kann nur hoffen, dass sie Recht haben Capain." sagte Nika ebenfalls fast flüsternd

"Was meinen sie?" hakte Katya nach.

"Captain, warum jagen wir hier alleine Geistern hinterher, während die Klingonen nicht ein einziges Schiff entsenden, um sich diesem offensichtlich sehr wichtigen Problem anzunehmen? Und warum kommt Botschafter Worf an Bord und sitzt uns wie ein Schießhund auf der Pelle? Das klingt auch nicht gerade, wie das typische Handeln des klingonischen hohen Rates, oder?" erklärte Nika.

Katya dachte kurz nach. In der Tat hatte sie diese offensichtlichen Fakten bisher übersehen. Sie nickte Nika zu, worauf hin sich diese entfernte. Noch einen Augenblick starrte sie auf den Computerbildschirm des Wissenschaftsoffiziers Floyd, auf dem immernoch das Bild der Forschungsstation auf Meridian 8 zu sehen war.

Schließlich tippte sie ihren Kommunikator an: "Computer, Lokalisiere Botschafter Worf!"


Nach einem kurzen Moment des Wartens öffnete sich die Tür zum Gästequartier von Botschafter Worf. Und plötzlich stand einige Zentimeter vor ihr der riesige Klingone mit inzwischen leicht angegrautem Haar und begrüsste die Captain mit der üblichen klingonischen Gastfreundschaft: "Ja?"

"Botschafter, könnte ich kurz mit ihnen reden?" fragte Katya.

"Könnten wir das auf später verschieben? Es passt mir gerade gar nicht." erklärte der Klingone.

Katya glaubte eine ungewohnte Unannehmlichkeit in seinem Ton herauszuhören. Und dann konnte sie für einen kurzen Augenblick an ihm vorbei in den Raum sehen und erkannte vertraute Gesichter: "Doktor?" rutschte es Katya heraus.

Worf schnaubte in der ihm üblichen Weise entgeistert aus und trat dann einen Schritt zurück. Katya sah in den Raum und erkannte Doktor Medra, die Schiffsärztin und Lemexx Ranoo, ihren Freund.

"Da sie nun schonmal hier sind . . ." bedauerte Worf und winkte die Captain herein. Hinter ihr schloss sich die Tür und sie nahmen Platz.

Tapan und Lemexx hingegen erhoben sich und ginge mit einem kurzen Nicken zu dem BOtschafter und der Captain. "Wenn sie noch etwas brauchen, rufen sie mich über das Intercom!" sagte Doktor Mendra noch kurz bevor sich hinter ihr die Tür schloss.

Nun waren der Botschafter und die Captain allein.

"Möchten sie mir erklären, warum meine Schiffsärztin und mein Counselor sie besucht haben?" fragte Katya vorsichtig.

"Meine Persönlichen Belange spielen hier keine Rolle." erklärte Worf wieder knapp.

Katya ahnte, dass hier etwas nicht stimmte. Sie roch sozusagen den Braten. Um aber aus diesem Botschafter etwas herauszubekommen, musste sie nun die Gangart etwas ändern: "Also dann spiele ich mal den Sherlok Holmes und versuche einfach zu kombinieren: Da mein Arzt und mein Counselor gleichzteitig hier waren, und ich weiß, dass sie keinen von beiden perönlich kennen, nehme ich an, dass sie etwas psychisch sehr belastet und nun auch ihre Gesundheit angreift. Oder eben umgedreht."

Normalerweise hätte sie niemanden auf seinen Gesundheitszustand angesprochen. Schon gar nicht einen Botschafter, aber sie konnte förmlich riechen, dass der Botschafter ebenfalls nicht mit offenen Karten spielte. Also warum nicht ein wenig frech werden um den Klingonen aus der Reserve zu locken.

"Mein Gesundheitszustand geht sie nicht das Geringste an. Sie sollten sich lieber um diese Mission kümmern." erwiderte Worf sichtlich gereitzt.

Jetzt war er sauer, dachte Katya. Nun musste sie den Kurs halten: "Diese Mission. Gut dass sie das erwähnen Botschafter. Wissen sie, in den letzten Stunden geht mir nichts anderes mehr durch den Kopf, als diese Mission. Und dennoch komme ich einfach nicht weiter."

"Wir sind auf Warp gegangen. Wo fliegen wir hin?" wollte Worf wissen.

"Botschafter, sie reißen mich aus dem Kontext. Ich versuche ihnen gerade zu sagen, dass ich verwirrt bin. Vielleicht können sie mir helfen, diese Verwirrung etwas zu lösen." erwiderte Katya, wohlwissend, dass sie den Klingonen damit langsam zur Weißglut bringen würe.

"Captain, ich bekleide den Rang eines Botschafters und sie . . ."

Nun wurde auch Katya wütend. Sie konnte es nicht leiden, wenn ihr jemand Informationen vorenthielt und dann auch noch versuchte mit seinem Rang Druck auszuüben: "Und ich bin der Captain dieses Schiffes und verdiene verdammt nochmal ein paar mehr Informationen. Ich fliege hier einem Geist nach. Ich werde von der Sternenflotte damit beauftragt ein Schiff voller Terroristen aufzubringen. Alle halten sie für Klingonen. Der hohe Rat hingegen schickt nicht ein einzigen Schiff auf die Suche nach ihnen. Sie bringen lediglich SIE auf mein Schiff. Und ich will wissen, was hier gespielt wird. Sonst bringe ich das Schiff sofor zum Stillstand und wir treiben im Raum, bis sie mir endlich sagen, was los ist?!"

Bei ihren letzten Wort stampfte Katya mit dem Fuß auf, wie ein wütendes Kind. Innerlich rang sie um Fassung und starrte den Botschafter wütend an.

Sekunde vergingen. Worf sah sie aus seinem Sessel heraus an. Er verzog keine Mine. Keine Anspannung war in seinem riesigen Gesicht zu erkennen. Er sah sie einfach nur ausdruckslos an.

Dann reichte es Katya: "Rubliowa an Brücke, stoppen sie das Schiff!"

Im gleichen Moment sprang Worf auf: "Warten sie!"

Katya antmete durch. Dann: "Befehl wiederrufen! Rubliowa Ende."

Worf lächelte plötzlich und bedeutete Katya sich wieder zu setzen: "Sie erinnern mich an einen Stationscommander, der sein Temprament auch manchmal nicht zügeln konnte. Und an mich selbst in früheren Tagen." erklärte Worf und setzte sich ebenfalls wieder in seinen Sessel.

Er hob eine Kanne mit roter Flüssigkeit vom Tisch auf und fragte die Captain mit einem Blick, ob sie ebenfalls etwas trinken möchte. Katya wähnte Blutwein in der Kanne und lehnte ab. Worf goß sich etwas in seinen metallenen Becher und ließ mit ihm in der Hand in seinen Stuhl sinken.

"Das Schiff, dass wir jagen ist ein Bird of Prey. Ein älteres Baujahr. Und es sind Klingonen, auf die wir Jagd machen Captain." erklärte Worf, während er seinen Wein schwenkte und dann einen Schluck nahm.

"Und dann sagen uns alles erst jetzt?" fragte die Captain.

"Was für eine Rolle spielt das für sie. Sie hätte die Signatur des Schiffes gefunden und es aufgebracht, egal welchen Typs es ist. Also sind diese Informationen nicht relevant." erwiderte Worf ruhig.

"Das erklärt aber noch nicht ihre Anwesenheit hier." sagte Katya.

"Nein, das tut es nicht." erwiderte Worf und nahm noch einen Schluck Blutwein. Diesmal einen langen Schluck. Danach ließ er den Becher sinken und sah kurz nachdenkelich in seinen Wein. Dann stellte er den Becher auf den Tisch zurück und folge ihm mit seinem Blick, während er erklärte: "Der Captain des Schiffes ist mein Sohn Alexander, Captain."

Eine kurze Pause folgte, Katya sah die Fakten plötzlich in einem neuen Licht.

"Aber wie . . " wollte Katya wissen, wurde aber sofort von Worf unterbrochen.

"Alexander ist irgendwie vom rechten Weg abgekommen. Ich habe ihn lange nicht mehr gesehen und unser Verhältnis war nie das Beste. Das ist kein Geheimnis. Und es ist auch nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass er es irgendwie geschafft hat an das Kommando über ein Klingonenschiff zu kommen. Ob seine Crew weiß, was er tut, ist mir nicht bekannt. Was er genau vorhat ist mir ebenfalls unbekannt. Ich weiß nur eins: Wenn die Klingonen erst einmal Jagd auf ihn machen, dann werden sie ihn auch vernichten."

"Deswegen sind nur sie hier." resumierte Katya

"Deswegen bin nur ich hier. Ich hoffe, ihn überreden zu können, sich zu ergeben. Sie und ihre Crew werden das Schiff nur vernichten, wenn es nicht anders geht. Und so haben wir in dieser Konstellation die besten Chancen, diese . . ." er zögerte kurz um das richtige Wort zu finden: "Situation unblutig zu beenden. Und so habe ich beim hohen Rat eine Karenzzeit von zehn Tagen erwirken können. In dieser Zeit können wir alles versuchen, um Alexander zur Vernunft zu bringen."

"Und was, wenn er nicht vernünftig sein wird?" fragte Katya obwohl sie die Anwort bereits erahnte.

"Dann wird mein Sohn die Ehre der Familie ruinieren und sein Tot wird der einzige Ausweg sein." erwiderte Worf. "Sie verstehen also, das ich ein persönliches Interesse am Erfolg dieser Mission habe und nicht möchte, dass diese familiären Angelegenheiten durch die gesamte Föderation getragen werden. Ich wäre ihnen also sehr dankbar, wenn sie diesbezüglich meine Wünsche respektieren würde!?"

"Gut. Ich würde aber zumindest meine Brückencrew gern über ein paar dieser Fakten unterrichten. Es dürfte hilfreich sein." fragte Katya.

"In Ordnung Captain." antwortete Worf knapp.

"Dann werde ich jetzt auf die Brücke zurückkehren." erklärte Katya. "Wenn ich oder mein Stab noch etwas tun können, dann lassen sie es mich wissen."

Worf erwiderte nichts. Er hob nur die Hand und sah Katya hinterher, als sie das Quartier verließ.

Die Tür schloß sich und Worf blieb allein in dem dunklen Raum. Er stand auf und beobachtete die Sterne, die am Fenster vorbeizogen. Nachdenklich.


Nachdem Captain Rubliowa endlich ein paar wertvolle Informationen von Botschafter Worf erhalten hatte, hatte sie keine Zeit verschwendet, die Führungscrew der Baikonur einzuweihen. Inzwischen hatte die Versammlung sich schon wieder aufgelöst und Captain und Commander saßen in Rubliowas Raum beim üblichen Nachmittagsbriefing.

Einerseits war die Kommandantin froh, dass endlich ein wenig Licht in die Angelegenheit gekommen war. Andererseits verkomplizierten speziell diese neuen Informationen natürlich die gesamte Situation. Denn so beruhigend es war zu wissen, dass nicht der Klingonische Hohe Rat hinter dem Angriff auf Starbase 332 steckte, so beunruhigend war es, nichts über die Gruppe zu wissen, die tatsächlich dafür verantwortlich war.

Dass der Sohn des Botschafters zu dieser Gruppe gehörte – sie möglicherweise sogar anführte – war in einer Wüste nur ein einsamer Tropfen. Nicht einmal Worf wusste Näheres über die Hintergründe des Überfalls auf die Sternenbasis. Daher war Katya nach einiger Überlegung zu der Befürchtung gelangt, dass der Botschafter im weiteren Verlauf dieser Mission noch hinderlich werden konnte. Sicher wollte er keinen Konflikt zwischen Klingonischem Reich und der Föderation riskieren und das Verhältnis zu seinem Sohn mochte noch so angespannt sein – allein die Tatsache, dass er jetzt hier war, bewies, dass er bereit war einzugreifen.

„Hm“, lachte Nika ironisch auf. „Ich muss zugeben, dass ich bei näherer Überlegung nicht gedacht hätte, dass wirklich Klingonen hinter dem Angriff stecken.“

„Nicht?“, hakte Katya nach. „Ich hatte heute Morgen einen anderen Eindruck...“ Ihre Stellvertreterin zuckte die Schultern. „Ich glaube, da war ich mir selbst nicht so sicher, was ich denken sollte. Einerseits wirkte alles schon... nunja... 'über-eindeutig'. So als wollte jemand den Klingonen was in die Schuhe schieben. Aber es machte mich schon stutzig, dass Botschafter Worf der einzige war, den die Angelegenheit wirklich zu interessieren schien. Der Hohe Rat hätte doch im Normalfall sofort seine Unschuld beteuert.“

Die Kommandantin nickte zustimmend. „Davon gehe ich auch aus. Und vermutlich hätten sie auch deutlich mehr Interesse gezeigt das ganze aufzuklären. Dass sie das nicht tun, liegt sicher nur daran, dass Worf gute Beziehungen hat...“ Sie nippte grübelnd an ihrem Tee. Eine Sache wollte ihr seit dem Gespräch mit dem Botschafter nicht aus dem Kopf gehen. „Ich frage mich, ob er wirklich seinen Sohn töten würde.“ Eigentlich war es mehr eine rhetorische Frage, aber Nika ging trotzdem darauf ein. Sie schien bereits ähnliche Überlegungen angestellt zu haben.

„Das habe ich mich auch schon gefragt. Und ich frage mich auch, inwieweit wir es verhindern könnten und/oder dürften.“

Katya sah sie ernst an und nickte zum Zeichen, dass ihr gegenüber fortfahren sollte. „Diese ganze Angelegenheit wird nicht erst dann zum Problem, wenn wir den Bird of Prey nicht aufhalten können. Worf ist durch die Taten seines Sohnes schon jetzt - faktisch – entehrt. Er hat dem Klingonischen Reich immer die Treue gehalten, das ist mit Sicherheit der einzige Grund, warum man ihm die Gelegenheit gibt,... wie soll ich sagen... ?“

„Seine Ehre zu retten.“, ergänzte die Russin.

Nika nickte. „Das dürfte der einzige Weg sein, seine eigene Ehre vor dem Hohen Rat wieder herzustellen.“

„Alles Aspekte, die wir nicht außer Acht lassen dürfen“, bestätigte Katya. Dennoch glaubte sie nicht, dass es Worfs Absicht war, seinen Sohn zu töten. Nach allem was sie über den Klingonen wusste, war ihm seine Ehre zwar nicht egal, sie bestimmte aber auch nicht sein Leben in dem Maße, wie man es von einem 'Bilderbuch-Klingonen' erwartete. „Aber Botschafter Worf war schon einmal entehrt. Ich denke nicht, dass sich seine Einstellung bezüglich Ehre grundlegend geändert hat. Und wenn es ihm darum ginge, einen ehrlosen Klingonen zu töten, wäre er nicht mit einem Föderationsschiff unterwegs – da hätte ihm ein ganzes Heer von Kriegern zur Verfügung gestanden, nicht wahr?“


Etwa zur gleichen Zeit beugten Tarlan und Joe deVille sich über ein Schema der Forschungsstation auf Meridian 8. „Es gibt nicht sehr viele Ausweichmöglichkeiten oder Verstecke dort unten.“, erkannte der Sicherheitschef ganz richtig. „Mein Team wird den Zugang sichern, aber wenn die Klingonen wirklich schon dort sind, werden sie Sie vermutlich schnell bemerken.“ deVille ließ ihren Blick kritisch den Hauptkorridor entlang schweifen. Es gab überhaupt keine Nischen und nur sehr wenige Abzweigungen, die aber erst in der Nähe des Hauptlabors begannen. Falls die Klingonen schneller waren als sie, würde es dort keinerlei Deckung geben und als Eindringlinge würden sie wie auf dem Präsentierteller sitzen. Das bedeutete, dass sie zusätzliche Blendgranaten brauchen würden.

„So lange Sie uns von draußen auf unerwartete Gesellschaft vorbereiten können und uns den Rücken frei halten, stehen unsere Chancen ganz gut. So wissen wir wenigstens von wo wir angegriffen werden...“, meinte deVille ruhig. Sie war einigermaßen zuversichtlich, es mit der Besatzung eines Bird of Prey aufnehmen zu können. Da es sich nicht um eine offizielle Crew handelte umso mehr. Natürlich war weithin bekannt, dass jeder Klingone auch ein Krieger war. Aber in den Trainingssimulationen, die sie mit ihrem Team absolvierte, hatten sie es gewöhnlich mit mehr als nur einer gut ausgebildeten gegnerischen Kampfeinheit zu tun. Da sie diese eher kleine Gruppe aber auch nicht unterschätzen wollte, ging sie alles lieber doppelt und dreifach durch und wollte alle Eventualitäten berücksichtigen.

Daher war Tarlans Hilfe bei dieser Mission ihr durchaus willkommen. Davon einmal abgesehen waren ihre Teams inzwischen sehr gut auf einander eingespielt, so dass sie keinerlei Bedenken hatte, einem 'normalen' Sicherheitsteam das Sichern des Eingangs zu überlassen.


Bereits wenige Stunden später erreichte die Baikonur das Meridian-System, an dessen Rand das Schiff unter Warp fiel.

Floyd hatte den Moment genau abgepasst, um seine vorbereiteten Scanns zu starten. Rubliowa wartete bereits gespannt, was er ihr mitteilen würde. „Keine besonderen Vorkommnisse, alle Werte innerhalb der Norm.“, berichtete er fast schon ein bisschen misstrauisch.

„Irgendwelche Hinweise auf ein getarntes Schiff in der Nähe?“, wollte die Russin wissen.

Das konnte der Wissenschaftler nur verneinen. „Sieht nicht danach aus.“ „Was ist mit ihrer Warpsignatur?“, hakte McNamara nach.

Lieutenant Floyd brummte etwas vor sich hin. „Wenn wir die zum Vergleich hätten, könnte ich das beantworten...“

„Hatten wir die unbekannten Signaturen bei Sternenbasis 332 nicht eingegrenzt?“ „Auf 20. Ja“, antwortete der Formwandler. „Ich stelle bereits Vergleiche mit sich zersetzenden Signaturen in diesem System an.“ Es dauerte einige Sekunden, dann ertönte das bestätigende Piepen des Computers. Floyd nickte zufrieden. „Eine Übereinstimmung.“, informierte er und legte eine Darstellung der entsprechenden Route auf den Hauptschirm.

„Die sind doch längst weg!“, schnaubte Smock verächtlich. Zatar hatte ihn für die Mission quasi an die technische Konsole auf der Brücke verbannt. So war wenigstens ein viertel Klingone auf der Brücke um seine Sichtweise der Dinge darzulegen.

„Was soll das heißen?“, fragte Rubliowa scharf. „Wissen Sie etwa etwas?“ Smocks Miene verfinsterte sich. Er hatte ohnehin nicht erwartet, dass jemand, der von einem bequemen Stuhl mitten auf der Brücke verwöhnt war, seine Vermutung nachvollziehen konnte.

„Woher denn?“, stellte er die Gegenfrage. Auch wenn er sich in letzter Zeit die größte Mühe gegeben hatte, sich besser an die Förmlichkeiten der Sternenflotte anzupassen, wollte es ihm diesmal nicht gelingen, eine winzige Spur von Geringschätzigkeit aus seiner Stimme zu verbannen.

„Wieso denken Sie dann, dass 'die' schon weg sind?“, wollte die Kommandantin wissen. Floyd räusperte sich indes, um auf die Darstellung auf dem Schirm aufmerksam zu machen. Der gekennzeichneten Route zufolge war das Schiff inzwischen tatsächlich wieder weg und hatte das Meridian-System längst verlassen.

Nachdem sowohl Rubliowa als auch die übrigen Anwesenden diese Information zur Kenntnis genommen hatten, richtete die Kommandantin ihren Blick wieder auf den Viertel-Klingonen. „Also?“

Smock atmete hörbar aus. „Das ist doch nichts weiter als ein Katz-und-Maus-Spiel. - Sternenbasis 332 ist eine Standard-Raumstation. Ihre Bewaffnung reicht aus, sich mühelos gegen zehn Bird of Prey zur Wehr zu setzen. Dieser Angriff muss gut geplant gewesen sein. Die Angreifer wussten genau wann und wie sie zuschlagen mussten. Außerdem hatten sie einen ausreichenden Vorsprung vor uns. Dann hätten wir ihre Signatur hier gar nicht mehr gefunden. Es wäre töricht...“, er stockte kurz, weil er befürchtete, Rubliowa könnte das auf sich beziehen, fuhr dann aber fort und beschloss nicht weiter darauf einzugehen. „...zu glauben, dass die sich unfreiwillig hier her verfolgen lassen, wenn sie einen so präzisen Plan hatten, was die Sternenbasis betrifft.“

„Also gut“, meinte Rubliowa zögernd und befand ebenfalls, dass die etwas unglückliche Wortwahl des Ensign genau das war – eine unglückliche Wortwahl. Es gab jetzt wirklich wichtigere Dinge zu bedenken. Warum sollte man sie hier her locken? Denn in diesem Punkt hatte der Ensign recht – der Bird of Prey hatte einen beachtlichen Vorsprung vor ihnen gehabt. Genug Zeit vermutlich um Trilithium herzustellen und von hier zu verschwinden ohne dass man die Warpsignatur hätte weiter verfolgen können. „Können wir feststellen, ob jemand – oder etwas - in das Labor hinein oder heraus gebeamt wurde?“

„Nicht von hier aus.“, antwortete Floyd. „Aber wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf: Ensign Smock hat vermutlich recht.“

Rubliowa hob beschwichtigend die Hand. „Dem stimme ich zu.“, sagte sie und nickte dem Viertel-Klingonen anerkennend zu. „Aber selbst wenn das hier nur die Schnipsel einer Schnitzeljagd sind, dann müssen wir ihnen dennoch folgen, um herauszufinden, warum diese Spur gelegt wird und wo sie uns hin führen soll...“


Josephine deVille spürte das vertraute Kribbeln des Transportervorgangs, als sie zusammen mit ihrem Team auf Veridian III materialisierte. Für wenige Sekundenbruchteile tanzten bunte Lichter vor ihren Augen vorbei, dann nahm sie die veränderte Umgebung wahr.

Der Eingang zum Forschungslabor lag nur wenige Meter entfernt und die anderen Elite Force-Teams sowie eine kleine Abordnung von Sicherheitsoffizieren hatten, wie geplant ebenfalls in der Nähe materialisiert.

Einige, wenige Gesten genügten, um alle in Bereitschaft zu versetzen. Dann betrat deVille ihrem Team voran den Gebäudekomplex. Die erste Tür war nur eine Art Schleusentür, die in einen größeren Vorraum führte.

deVilles Blick streifte nur flüchtig durch den leeren Raum, dann gab sie Hoijers, der mit dem Bravo-Team ebenfalls gerade herein gekommen war, ein Zeichen. Sie deutete auf die vor ihnen liegende Tür, sowie auf die darüber angebrachte, altmodisch wirkende Kamera.

Hoijers nickte. Er würde mit seinem Team erst diese Spuren untersuchen, bevor sie weiter gingen.

Tatsächlich saß besagte Kamera mehr als schief auf ihrer Halterung und die dunklen brandähnlichen Flecken an der Tür war ein noch eindeutigeres Zeichen, dass sich hier jemand unberechtigten Zutritt verschafft hatte. Dort wo einmal ein Erkennungssensor neben der Tür gewesen war, befand sich nur noch ein skurilles Loch.

Auch wenn der Tricorder anzeigte, dass sich innerhalb seiner Reichweite niemand auf der anderen Seite der Tür aufhielt, war die Elite Force-Leaderin auf alles gefasst. Die Tür war – wie zu erwarten – nicht verschlossen und einfach zu öffnen.

Vor deVille lag der völlig verwaiste Hauptkorridor. Die Waffe im Anschlag, rückte sie weiter unbeirrt vor.

Nachdem die Warpsignatur des Bird of Prey erwiesener Maßen aus dem System hinaus führte, lag zwar die Vermutung nahe, dass auch von seiner Crew niemand mehr hier war, doch es war natürlich nicht ausgeschlossen, dass ein paar Besatzungsmitglieder hier geblieben waren. Genauso war es denkbar, dass das Raumschiff mit nur einer Minimal-Besatzung das System verlassen hatte und ein Großteil der Crew versuchte – wie vermutet – hier Trilithium herzustellen.

Falls tatsächlich noch jemand von dem Bird of Prey hier war, würden sie es sicher gleich erfahren. Diesen Korridor zu überwachen, war die beste Art, sich hier auf mögliche Eindringlinge vorzubereiten.

Auch hier waren in regelmäßigen Abständen Überwachungskameras angebracht, die aussahen, als seien sie beschossen worden. Aber es gab wesentlich bessere Methoden ‚ungewünschte Besucher’ zu entdecken, als gut sichtbar angebrachte Kameras.


Auf der Brücke der Baikonur wartete man indes auf erste Meldungen von der Oberfläche. Viel mehr konnte jetzt auch gar nicht getan werden. Die Warpsignatur des Bird of Prey verlor sich irgendwo knapp außerhalb des Veridian-Systems nahe einem Asteroidenfeld. Wenn es sich hierbei also um eine Schnitzeljagd handelte, dann befand sich der nächste Schnipsel vermutlich irgendwo hier.

Rubliowa und McNamara steckten die Köpfe über den bisher gesammelten Informationen zusammen und versuchten beide irgendetwas Neues darin zu entdecken. Floyd zog es vor, alle Daten zu sammeln, die er augenblicklich über das System zusammenkratzen konnte, um vielleicht auf diesem Wege weitere wichtige Informationen zu entdecken. Smock trommelte gelangweilt, wenn auch leise, auf der Konsole vor sich herum. Er war nicht für den Brückendienst geschaffen. Wenn er wenigstens an der Sensor-Effizienz Modifikationen hätte durchführen können, hätte er noch einen Sinn darin gesehen. Aber Zatar hatte deutlich zu verstehen gegeben, dass die einzige Aufgabe des Ensigns darin bestand, die Systeme im Auge zu behalten und bestenfalls die Energieverteilung umzupriorisieren. Eine recht eintönige Aufgabe, wie Smock fand – zumal das eigentlich in den Arbeitsbereich des Ops-Offiziers fiel.

Erst das Räuspern der Kommandantin, das unverkennbar ahn ihn gerichtet war, ließ Smock aufmerken. Offensichtlich war das Trommeln seiner Finger doch lauter gewesen als beabsichtigt. Nicht einmal DAS konnte oder vielmehr durfte man auf der Brücke. Er hob beide Hände zum Zeichen, dass er verstanden hatte und damit aufhören würde, dann faltete er verkrampft die Hände ineinander und wunderte sich unwillkürlich wie selbstverständlich seine neue Hand bereits geworden war.

„Die Sensoren registrieren ein sich näherndes Schiff.“, meldete Floyd nur wenige Augenblicke später.

„Auf den Schirm“, verlangte Rubliowa und fragte: „Können Sie es identifizieren?“ „Alarmstufe: Gelb.“, setzte McNamara nach. Sie wollte kein Risiko eingehen. Kaum hatte sie die Anweisung ausgesprochen, fühlte sie sich auch schon bestätigt. Was auf dem Schirm noch als winziger Punkt erschien, wurde von Floyd identifiziert: „Es ist der Bird of Prey.“

„Roter Alarm!“, korrigierte McNamara. „Informieren Sie das Außenteam.“

„Geben Sie auch Botschafter Worf Bescheid“, fügte Rubliowa hinzu. In die kurz aufgetretene Unruhe auf der Brücke kehrte geschäftige Routine ein. Die Kommandantin setzte sich ein wenig aufrechter und schaltete sich diverse Übersichten auf die Armlehne. „Rufen Sie sie.“

Noch während sich die Ansicht auf dem Sichtschirm änderte und die düstere Brücke des klingonischen Schiffes zeigte, wollte die Russin bereits ihren nächsten Befehl geben: „Audio…“ Sie hielt inne. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass der Ruf angenommen würde und hätte in diesem Fall eine reine Sprachnachricht geschickt.

Umso größer stand ihr die Überraschung ins Gesicht geschrieben, als ihr das blasse, menschlich wirkende Gesicht eines Mannes entgegenblickte. „Guten Tag“, begrüßte der Unbekannte sie und scheiterte bei dem Versuch, ein freundliches Lächeln aufzusetzen.

„Guten Tag.“, erwiderte Rubliowa und versuchte ihrerseits, ihre Überraschung zu überspielen. „Würden Sie sich identifizieren?“ Die Frage klang etwas gereizter, als beabsichtigt.

Der Fremde betrachtete sie geringschätzig. „Wie wäre es denn, wenn SIE sich zuerst Mal vorstellen würden?“, schlug er säuerlich vor.

Rubliowa unterdrückte ein Seufzen und beschloss dann der Aufforderung nachzukommen: „Ich bin Captain Ekaterina Rubliowa. Kommandantin der USS Baikonur. Wir haben die Spur Ihres Schiffes von Starbase 332 hier her verfolgt…“ Mit der Erwähnung der letzteren Information erhoffte sie sich ein Zeichen des Erkennens oder vielleicht sogar eines Schreckens im Gesicht ihres Gegenübers. Seine Miene blieb jedoch annähernd unbewegt. Wenn er etwas mit dem Anschlag auf die Starbase zu tun hatte, wusste er es also gut zu verbergen. „Achso. Verstehe.“, antwortete er, als sei ihm gerade etwas klar geworden. „Ich bin Eric Trasla. Forschungsassistent von Doktor Disgracik und verantwortlich für die technischen Gerätschaften in Labor 2.“ Er rümpfte kurz die Nase und fügte hinzu: “Mir scheint, wir suchen die gleichen Leute...“

Rubliowa stutzte. „Sie arbeiten hier im Labor?“

„Normalerweise: Ja. - Heute bin ich anderweitig unterwegs, wie Sie sehen.“ Rubliowa stand das Unverständnis offensichtlich ins Gesicht geschrieben. So hielt es Trasla für angebracht, die Kommandantin in das Labor einzuladen, um Licht in die Dunkelheit zu bringen, in der „auch wir gerade tappen.“, wie er zugab.

Doch ehe die Captain dem zustimmte, wandte sie sich an Lieutenant Wang, der zurzeit Mittelsmann zwischen Baikonur und dem Außenteam spielte. „Major deVille meldet, dass der gesamte Komplex gesichert ist. Es befinden sich keine Besatzungsmitglieder des Bird of Prey dort unten.“

Rubliowa nickte die Information ab und antwortete Trasla dann, indem sie Wang anwies: „Informieren Sie sie, dass Commander McNamara hinunter beamt und dass Mister Trasla ebenfalls gleich eintrifft.“ Sie wandte sich wieder an den Forschungsassistenten. „Ich vermute Sie sind in Begleitung eines Teams?“ „Selbstverständlich“, bestätigte er. „Wir... 'parken' im Hangar der Station.“ „Gut. Ich schlage vor, Sie treffen sich dort.“ Rubliowa wartete nur die Zustimmung ihres Gesprächspartners ab, dann beendete sie die Übertragung und nickte ihrer Nummer eins zu.

McNamara war bereits auf dem Weg zum Turbolift. „Tarlan soll mich am Eingang treffen und deVille soll sich mit einem oder zwei Teams den Bird of Prey genauer ansehen.“, sagte sie.

Smock sprang von der Konsole auf: „Captain...“

Rubliowa wandte sich dem Techniker zu und hob beschwichtigend eine Hand „Die Major soll alle relevanten Daten hierher übermitteln.“


Lieutenant Tarlan hatte mit seinem kleinen Team Stellung vor dem Eingang der Forschungsstation bezogen. Lange musste er nicht auf die Ankunft des ersten Offiziers warten.

„Commander“, empfing er sie nur knapp.

McNamara nickte. „Geben Sie mir eine Übersicht.“, verlangte sie. Während der Sicherheitschef sie in den Gebäudekomplex hinein begleitete, fasste er kurz zusammen, was sie bisher vorgefunden hatten. „Wie Sie sehen können, waren die Klingonen hier. Sie haben sich mit Waffengewalt Zutritt zum Inneren verschafft. Es gibt nur zwei leicht Verletzte, die bereits versorgt wurden. Aber die Sicherheitssysteme wurden zerstört und die Kommunikationsphalanx beschädigt. Die meisten Wissenschaftler haben sich in Labor 3 verschanzt. Als sie vermuteten, dass die Eindringlinge weg seien, ist eine handvoll Leute aufgebrochen, um den Rest der Station zu untersuchen. Doch es ist bisher niemand zurück gekehrt.“

„Eine handvoll Leute? Geht es etwas genauer? Gehörte Trasla dazu?“, hakte die Commander nach. Sie hielt mühelos mit Tarlans Tempo Schritt.

„Namen kenne ich nicht.“, meinte er und hielt kurz vor einer sich öffnenden Tür an.

„Wurde etwas gestohlen?“, wollte McNamara weiter wissen. Sie sah sich in dem Hangar knapp um. Major deVille und ihre Teams waren bereits hier und warteten, bis die soeben eingetroffenen Personen den Bird of Prey verlassen hatten.

„Die Gerätschaften scheinen vollzählig zu sein. Die gelagerten Substanzen waren in einer Kühlkammer gesichert...“, berichtete Tarlan weiter.

„Das Schiff ist weg!“, warf Trasla ein, der sich den beiden näherte. „Warum sonst sollten wir mit diesem... Objekt unterwegs sein.“, knurrte er.

Nika schüttelte etwas ungläubig den Kopf. „Also, verstehe ich das richtig? Sie wurden von Klingonen überfallen, die ihren Bird of Prey da gelassen haben. Und das Schiff, das zu diesem Labor gehört, haben sie geklaut?“

„Kurz und knackig. Ja. Aber Klingonen waren das keine. Zumindest habe ich keinen gesehen.“, sagte Trasla. Er atmete ein paar Mal tief durch, als könne er selbst nicht glauben, was hier alles geschehen war. „Entschuldigen Sie mich – ich möchte mich bei Doktor Disgracik zurück melden. Sie weiß vermutlich noch nicht, dass wir mit dieser Schrottlaube weg waren.“

„Langsam, langsam“, bremste die Commander den Forschungsassistenten. Allmählich dämmerte ihr, dass die ursprüngliche Crew des Klingonenschiffes hier zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen versucht hatte. Nicht nur, dass sie ihre Verfolger auf diese Weise auf eine möglicherweise falsche Fährte gelockt hatten, durch die genaue Untersuchung der Umstände hier, gewannen sie auch wertvolle Zeit auf ihrer Flucht – ganz davon abgesehen, dass sie einen auf Kampf ausgelegten Bird of Prey gegen ein schnelleres Forschungsschiff eingetauscht hatten, das in Föderationsraum wesentlich unauffälliger war. „Die Kommunikationssysteme der Forschungsstation sind defekt. Sie sind doch mit diesem Schiff nur deshalb gestartet, um einen entsprechenden Notruf abzusenden!?“, hakte Nika skeptisch nach. „Hoffe ich zumindest...“

„Theoretisch.“, gab Trasla zu. „Aber ich muss sagen, dass wir diese Absicht vernachlässigt haben, nachdem wir im Orbit waren und die Signatur der Newton noch orten konnten.“

Tarlan hob skeptisch eine Augenbraue. „Sie haben die Terroristen verfolgt?“

„Nun ja...“, stammelte der Forschungsassistent, dem bisher offensichtlich nicht klar gewesen war, was er da getan hatte. „Wenn Sie das so sagen, klingt das...“ Er seufzte. „Gut, ich gebe zu – das war wohl etwas... unüberlegt.“


Er konnte es manchmal immer noch kaum fassen. Es war so leicht gewesen. Viel zu leicht, eigentlich. An seiner Tür erklang das typische Sternenflottenpiepsen, das er von seiner Zeit auf der Enterprise noch gut kannte. Es zeigte an, daß jemand Eintritt in sein Quartier wünschte.

"Herein", schnauzte er, so wie es von jemandem mit klingonischem Erbe erwartet wurde. Und das, wo er doch eigentlich gar kein herkömmlicher Klingone war. Als die Türen sich öffneten kam ein kleiner Ferengi herein. So wie der Rest seiner Besatzung auch, war er von den sich verändernden Realitäten des Universums abgehangen worden. Seitdem Nagus Rom auf Ferenginar im Großen Turm des Handels residierte war nichts mehr so, wie es jahrhundertelang gewesen war. Dieses Ferenginar war nicht mehr Kayrons Ferenginar.

"Was willst Du?", schnauzte Alexander, sofort in seine Rolle fallend. Kayron trat herein. Er arbeitete in der kleinen Söldner-Gruppe als Techniker. "Sie sind uns schon wieder auf der Spur!", jammerte er. Er hatte zuletzt am Steuer des Scoutschiffs gesessen. "Wer? Die Baikonur?", fragte Alexander nach. "Ja. Ich weiß nicht, wie sie uns schon wieder so schnell aufspüren konnten. Diesmal haben wir keine technischen Störungen", jammerte Kayron dann weiter.

Alexander ließ sich nicht anmerken, daß ihn die Nachricht erfreute. Er konnte Hilfe gut gebrauchen, wenn sie erst an ihrem Ziel angekommen waren. Des Effekts wegen stieß er einen wüsten Fluch auf Klingonisch aus, der dazu führte, daß sein Gegenüber zusammenzuckte.

"Darbin soll sie Geschwindigkeit erhöhen. Ich habe Euch gleich gesagt, daß es eine schlechte Idee war umzusteigen. Dieses Scoutschiff ist zwar schneller als der Bird of Prey, aber nicht schneller als unser Verfolger. Die Prometheus-Klasse ist das schnellste, was die Föderation derzeit zu bieten hat. Und mit dem Bird of Prey hätten wir zumindest noch eine gewisse Chance gehabt, uns vor ihnen zu verstecken und sie aus dem Hinterhalt zu erledigen. Wir haben unseren einzigen Trumpf weggegeben", kommandierte er.

Kayron zuckte zusammen. Es war ihm trotz aller Mühen nicht gelungen die Tarnung des Schiffes in den kritischen Momenten aufrecht zu erhalten. So hatten sie für die Baikonur unabsichtlich eine Spur hinterlassen, der sie hatte folgen können. Er war nur um Haaresbreite seiner Exekution entkommen. Weitere Fehler durften einfach nicht passieren.

Er verneigte sich, während er rückwärts das Quartier seines Captains verließ. "Ja, Captain", meinte er und war dann auch schon bald draußen.


Aus dem tragbaren Kommunikationsgerät blickte das ernste Gesicht eines Klingonen. "Alexander", lautete die kurze, prägnante und doch zutreffende Begrüßung. "Vater", antwortete der vor dem Gerät sitzende Mann. Ein Lächeln trat auf sein Gesicht. "Schön Dich zu sprechen", meinte er dann. Worf nickte ihm entgegen. "Ich freue mich auch", erklärte der Botschafter, kam dann jedoch gleich zur Sache.

"Martok hat mich über die Situation informiert. Bis jetzt habe ich die Captain der Baikonur noch nicht über die realen Hintergründe Deiner Mission aufgeklärt", meinte er.

Alexander nickte. "Der Kanzler ist mißtrauisch. Zu mißtrauisch und an der falschen Stelle mißtrauisch. Ich glaube nicht, daß die Föderation irgendetwas mit dem Diebstahl unserer Ausrüstungsgegenstände zu tun hat. Meine bisherigen Erkenntnisse deuten klar auf einen rein gewinnorientierten Hintergrund hin", antwortete er.

Der Botschafter verzog angewidert das Gesicht. "Waffenhändler?", fragte er. Alexander nickte bestätigend. "Waffenhändler. Wir sind mit der Fracht nun auf dem Weg zu einem Treffpunkt mit der Führung der Organisation. Ich habe die Zielkoordinaten vor einigen Minuten an den Kanzler bekanntgegeben. Er wird mit der Rotarran dorthin kommen. Ich hoffe er schafft es rechtzeitig."

Worf sah Alexander irritiert an. "Ein einziger Bird of Prey? Das ist zu riskant", meinte er. Alexander schien zuzustimmen, denn er nickte. "Ja, Martok traut niemandem im Reich über den Weg, nur mir und Dir. Ich werde versuchen, die Besatzung des Scoutschiffes zu überwältigen, damit schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich kann sicherstellen, daß die Ladung nicht übergeben wird und ich kann mit dem Scout an der Seite des Kanzlers kämpfen", ergänzte er.

"Das Scoutschiff hat kaum nennenswerte Bewaffnung. Du wirst keine große Hilfe sein", merkte Worf an. Auf Alexanders Gesicht trat ein Grinsen. "Aus dem Grund habe ich den Umstieg auf das Scout-Schiff nicht verhindert. Die Baikonur hat es so viel leichter unserer Spur zu folgen. Und sie hat ein viel größeres Arsenal als dieser Scout", erklärte er die Hintergedanken seines Handelns.

Worf nickte anerkennend. "Ich werde die Captain einweihen. Sie wird uns gerne helfen, die Waffenhändler dingfest zu machen. Ich bin sehr stolz auf Dich, Alexander", beendete Worf die Unterhaltung, dann wurde die Verbindung getrennt.


"Ich bin sehr stolz auf Dich." Alexander lächelte. Diese Aussage seines Vater bedeutete ihm auch jetzt noch viel. In seiner Jugend hatte es viele Auseinandersetzungen zwischen ihnen gegeben, doch im Dominion-Krieg hatte sich ihre Beziehung zum besseren gewendet. Durch seinen Vater war er in das Haus Martok aufgenommen worden. Ein wichtiges Haus, damals schon. Heute umso mehr, als der Kanzler des Reiches Martok hieß.

Es war der Beginn seiner Annäherung an seinen Vater und den Kanzler gewesen. Er erinnerte sich, als wäre es heute gewesen, wie er Trauzeuge seines Vaters bei dessen Hochzeit mit der wundervollen Jadzia gewesen war.

Nach dem Krieg hatte er weiter für das klingonische Reich versehen. Vom Glücksbringer auf der IKS Rotarran über den Waffenoffizier auf der IKS Ya'Vang hin zu seinem eigenen Kommando. Er hatte sich geehrt gefühlt, als Martok persönlich ihn bat Diebstähle von klingonischen Disruptorphalanxen zu untersuchen. Schnell hatte sich gezeigt, daß ein eher menschlicher Ansatz erforderlich war, um herauszubringen wer sich da so unverschämt bediente. "Wir müssen der Schlange den Kopf abschlagen", hatte Martok gesagt, ein menschliches Sprichwort benutzend. Und wer sollte für eine Undercover-Aktion besser geeignet sein als ein menschlicher Krieger.

Martok hatte niemandem vertraut, nichtmal seinem eigenen Rat. Und so hatten sie ein Zerwürfnis fabriziert, das aus Alexander einen Söldner mit zweifelhaftem Ruf machte. Es war ihm dann nicht mehr schwer gefallen an Bord dieses Söldnerschiffes zu kommen.

Er erstattete Martok regelmäßig verdeckt Bericht. Sie waren nun kurz davor, in das Wespennest zu stechen. So gesehen war es ein Segen, daß sein Vater an Bord der Baikonur auf seiner Spur war. Martok würde an seinem Ziel mit einem getarnten Schiff auf ihn warten. Wenn es ihm gelang, die übrigen Besatzungsmitglieder auf dem kleinen Scoutschiff auszuschalten, dann würden drei Schiffe für den Angriff auf die Hintermänner der Diebstähle zur Verfügung stehen.


"Wie lange noch?", wollte Katya wissen. Ensign Kvam konsultierte seine Anzeigen und antwortete dann: "Wir holen weiter auf. Wir kommen in etwa 4 Stunden in Reichweite." Katya nickte grimmig. Sie würde verhindern, daß die Angreifer mit der tödlichen Fracht entkommen konnten.

Die Türen zur Brücke öffneten sich. Ein Blick über ihre Schulter zeigte der Captain, daß Botschafter Worf die Brücke betreten hatte. "Captain", begrüßte er sie. Sie antwortete mit einem knappen Nicken. "Ich würde Sie gerne sprechen. Alleine."



Am Abend zuvor...


Katya wanderte grübelnd durch ihr Quartier. Ihrer Meinung nach passten einige Dinge nicht wirklich zusammen. Warum sollten die Söldner einen waffenstarrenden Birdie gegen ein vergleichsweise unbewaffnetes Scoutschiff austauschen? Gut, der Birdie hatte offenbar ein Problem mit seiner Tarnvorrichtung und das Scoutschiff der Forschungsstation konnte eine höhere Geschwindigkeit erreichen. Trotzdem konnte Alexander doch nicht wirklich hoffen, mit dieser Nussschale einem Schiff der Prometheus-Klasse davonfliegen zu können! Die Captain der Baikonur fragte sich ernsthaft, in welches Spielchen man sie und ihre Crew nun wieder hineingezogen hatte. Ebenso merkwürdig empfand sie das Verhalten des Botschafters Worf. Würde er wirklich zulassen, dass Offiziere der Föderation seinen Sohn töteten? Sie stellte fest, dass ihre Erfahrungen mit Klingonen nicht ausreichend waren, um diese Frage sicher beantworten zu können. Es gab wohl nur eine Person an Bord, die ihr hier weiterhelfen konnte. So betätigte Katya ihren Kommunikator.

"Rubliowa an Ensign Smock. Melden Sie sich in meinem Quartier!" erscholl es aus dem Komsystem im Maschinenraum. "Sie will dich in ihrem Quartier sehen?!" raunte Ensign Clark dem Viertelsklingonen zu. Dieser schüttelte nur leicht genervt den Kopf, bevor er den Ruf erwiderte: "Ich bin unterwegs, Captain." Wenig später betrat der Ensign das Quartier der Captain, nachdem der Türsummer der Kommandantin den Besuch angekündigt hatte. "Ah, Mr. Smock, bitte setzen Sie sich doch!" bat die Russin den Viertelsklingonen, sich zu ihr in die etwas informellere Sitzecke zu gesellen. "Kann ich Ihnen etwas anbieten?" Smock nahm Platz und hätte Katya es nicht besser gewusst, hätte sie vermutet, dass der Ensign sich ein wenig unbehaglich fühlte. Aber Unbehagen bei Klingonen? "Einen Raktajino bitte, Ma'am", antwortete der Techniker. Katya wandte sich dem Replikator zu, überlegte kurz, zuckte andeutungsweise mit den Schultern und sagte dann: "Zwei Raktajino!" Sekunden später kehrte sie mit den beiden Tassen dampfender Flüssigkeit zur Sitzecke zurück, nahm Smock gegenüber Platz und schob ihm eine der Tassen zu. "Mr. Smock", begann sie das Gespräch, "ich brauche Ihre Hilfe. Sie sind das einzige Besatzungsmitglied mit klingonischen Wurzeln und daher derjenige, der einem Experten dieser Kultur am nächsten kommt." Smock nickte, aber erkundigte sich dann: "Aber mit Botschafter Worf ist doch jemand an Bord, der viel tiefere Einblicke in das Imperium haben sollte, als ich." Katya erlaubte sich ein kurzes Lächeln: "Ja, vermutlich. Aber ich weiß nicht... Ich glaube, der Botschafter ist in der derzeitigen Situation nicht ganz unbefangen." Die Captain überlegte nur kurz, dann weihte sie den Ensign in die das ein, was sie vom Botschafter zuvor erfahren hatte. Sie schloss mit der Frage: "Was bedeutet es für einen Klingonen, wenn sein Sohn sich derartig verhält? Wenn er andere überfällt, tötet und stiehlt?" Smock räusperte sich und erklärte dann: "Das mag Sie vermutlich überraschen oder etwas befremdlich erscheinen, Captain, aber "Stehlen" oder "Berauben" ist in der klingonischen Kultur nicht unbedingt negativ besetzt. Wenn ein Klingone etwas will, dann nimmt er es sich in der Regel einfach. Wenn derjenige, von dem er es sich nimmt, etwas dagegen hat, kämpfen die beiden um den Gegenstand und am Ende erhält derjenige ihn, der den Kampf für sich entscheiden konnte." Die Russin nickte langsam. "Also gilt das Recht des Stärkeren?" Smock wog leicht den Kopf: "Nicht ganz. Denn Klingonen ist ihre Ehre sehr wichtig. Allgemein wird es als unehrenhaft angesehen, jemanden anzugreifen, der schwächer als man selbst ist. Daher sehen viele Klingonen es als ebenso unehrenhaft an, Dinge von Schwächeren zu nehmen. Aber die Grenzen sind hier fließend. Was den Sohn des Botschafters angeht: Er und seine Leute überfallen Nicht-Klingonen. Für Nicht-Klingonen gelten die Gesetze der Ehre nur bedingt. Trotzdem hat Kanzler Martok mit den Überfällen natürlich ein Problem, weil Verbündete darunter zu leiden haben. Deswegen wird er ein Interesse daran haben, Alexander und seine Leute aufzuhalten. Insofern kratzt das Ganze natürlich auch an der Ehre von Botschafter Worf." Rubliowa runzelte leicht die Stirn, bevor sie nachhakte: „Würde es so sehr an seiner Ehre kratzen, dass er seinen Sohn deswegen töten oder töten lassen würde?“ Der Viertelsklingone dachte ein wenig über die Frage nach, dann antwortete er: „Als Botschafter ist er natürlich eine Person von einigem öffentlichen Interesse. Soweit ich weiß, war er bereits einmal entehrt, wurde aber rehabilitiert. Ich könnte mir vorstellen, dass er unter diesen Umständen für das Reich untragbar werden könnte. Außerdem würde sich ein solche Verletzung des Ehrenkodex natürlich auch auf Kanzler Martok auswirken, immerhin gehören der Botschafter und sein Sohn dessen Haus an. Der Tod in einem ehrenvollen Gefecht würde das Problem sowohl für Botschafter Worf als auch Kanzler Martok elegant aus der Welt schaffen, Captain.“ Katya schnaubte leicht: „Und wir sollen dabei die Henkersknechte geben? Nicht mit mir... Aber trotzdem vielen Dank, Ensign. Sie haben mir sehr weiter geholfen.“


Als der Klingone nun auf der Brücke stand, und um ein Gespräch bat, erhob sich Katya aus ihrem Kommandosessel. Mit einer freundlichen Handbewegung bat sie Worf in ihren Bereitschaftsraum und folgte dem Botschafter, nachdem sie Nika das Kommando übertragen hatte. Auf ihrem Weg an den Schreibtisch stoppte sie kurz beim Replikator und erkundigte sich bei Worf: "Möchten Sie auch etwas, Botschafter?" Der Klingone lehnte dankend ab. Warum mussten Sternenflotten-Captains so gerne Zeit schinden, fragte er sich nicht zum ersten Mal. Trotzdem wartete er äußerlich geduldig, bis sich die Captain einen Raktajino bestellt, entgegengenommen und sich in ihren Stuhl gesetzt hatte. Nach einem Schluck an ihrem Kaffee sah sie den großgewachsenen Krieger freundlich an: "Was kann ich für Sie tun, Botschafter?" Worf hob an: "Es gibt... weitere Informationen, die ich Ihnen zukommen lassen möchte, Captain." Katya musterte ihr Gegenüber nun aufmerksam. "Weitere Informationen? Heißt das, Sie haben mir bei unserem letzten Gespräch etwas vorenthalten?" Worfs Augen weiteten sich unmerklich und innerlich schüttelte er einmal mehr über sich selbst den Kopf. Warum schafften es diese Sternenflotten-Captains es auch immer wieder, ihn, einen starken klingonischen - ja, manche würden sogar sagen, furchteinflößenden - Krieger, einzuschüchtern? Picard war dies gelungen, Sisko und nun also auch dieser kleinen Russin, die er doch problemlos in der Achselhöhle verschmachten lassen konnte. Er beschloss, nicht weiter auf die Frage einzugehen. Immerhin war er Botschafter und brauchte sich nicht vor einem Captain rechtfertigen. "Captain, was ich Ihnen zu sagen habe, sollte diesen Raum am besten nicht verlassen. Es könnte viel Schaden anrichten, wenn es den falschen Personen zu Ohren käme." Katya nickte langsam. "Nun, Botschafter, wie sie zweifelsohne wissen, bin ich an bestimmte Regeln und Vorschriften gebunden. Jedwede Information, die Sie mir geben, muss ich weitergeben, sollte sie z.B. die Sicherheit dieses Schiffes oder gar der Föderation betreffen." Worf brummte zustimmend: "Aber ich weiß auch, dass Sie durchaus einen gewissen Ermessensspielraum besitzen, Captain Rubliowa. Wie dem auch sei, halte ich es für notwendig, diese Informationen an Sie weiterzugeben. Ich muss einfach darauf vertrauen, dass Sie angemessen damit umgehen werden." Er machte eine kurze Pause, bevor er weitersprach: "Captain, möglicherweise ist es Ihnen und auch der Föderation nicht allzu bewusst, aber Kanzler Martok ist längst nicht mehr so in seinem Amt gefestigt, wie es nach außen scheint. Die Erfolge des Dominion-Krieges werden zwar in Liedern besungen, aber es mehren sich die Stimmen derjenigen, die denken, dass Martok langsam einen ehrenhaften Tod im Kampf verdient hätte. Noch wagt sich zwar niemand, dies offen im Rat oder in der Öffentlichkeit zu sagen, aber es gärt im Reich, Captain. Die Politik, die der Hohe Rat in den letzten Jahrzehnten verfolgt hat, ist in der Realität angekommen. Die Zeit der großen Eroberungen ist lange vorbei. Das Reich ist umgeben von starken, gefestigten Mächten, gegen die ein Krieg durchaus verloren gehen könnte. Und für größere Expansionen steht uns auch einfach die Technologie noch nicht zur Verfügung. Man kann kein Galaxie-umspannendes Reich aufbauen, wenn man von einem Ende zum anderen im Idealfall 100 Jahre benötigt. Trotzdem erfreuen sich die extremen Ansichten steigender Beliebtheit, die nach Expansion und Ehre in der Schlacht rufen. Und auch vor bestehenden Bündnissen nicht Halt machen. Ich denke, ich brauche Ihnen nicht zu sagen, dass eine Verbindung des Reiches mit Orion, Breen oder gar Romulus die Machtverhältnisse empfindlich verändern würde." Nun war es an Katya, innerlich zu seufzen. Warum musste sie schon wieder in große Politik hineingezogen werden? Wann war sie eigentlich das letzte Mal ihrem ursprünglichen Forschungsauftrag nachgekommen? Die Captain fürchtete sich etwas vor der Antwort auf ihre nächste Frage: "Ist Ihr Sohn ein Verfechter dieser extremen Ansichten und macht deswegen mit den Söldnern gemeinsame Sache, Botschafter?" Worf gestattete sich ein leichtes Lächeln. Offenbar hatte das von Martok, Alexander und ihm inszenierte Täuschungsmanöver glänzend funktioniert. Er schüttelte nun den Kopf: "Nein, Captain. Und er ist auch kein abtrünniger Söldner." In kurzen Worten erläuterte der Klingone nun den Plan, der vor einiger Zeit umgesetzt worden war. "Alexander vermutet, dass er nun den Schlupfwinkel der Waffenhändler aufgespürt hat. Da die Söldnertruppe an sich eigentlich viel zu unbedeutend ist, als dass sie tatsächliche Verwendung für Trilithium hätten, gehen wir davon aus, dass sich einer der Gegner der klingonischen Realpolitik dahinter verbirgt. Jemand, der möglicherweise nicht davor zurückschrecken würde, ganze Sonnensysteme zu vernichten, um Ehre und Ruhm zu erlangen. Und dem es auch noch gut zupass käme, wäre der Sohn eines Botschafters und gleichzeitiges Mitglied des Hauses des Kanzlers daran beteiligt." Katya nickte langsam: „Also haben wir es hier mit drei Parteien zu tun: Den Söldnern, einem oder mehreren Waffenhändlern, für die die Söldner das Trilithium erbeutet haben, und den eigentlichen Auftraggeber, der den klingonischen Kanzler schwächen und gleichzeitig eine Mega-Waffe bauen will.“

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