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Entführt

From PathfinderWiki

Entführt
Autor: Natall Geodis, Seeta Yadeel
Sternzeit: 57602,9
Anfangssternzeit: 58076.27
Endsternzeit: 58076.40
Anfangsdatum: 28.01.2381 (20.06 Uhr)
Enddatum: 28.01.2380 (21.17 Uhr)


Zischend öffnete sich die safranfarbene Tür hinter Elliott und der erste Offizier der Thunderbird hob lauschend seinen Kopf. Er drehte dem Eintretenden weiterhin den Rücken zu, doch an dem leichten federnden Gang erkannte er die Counselor der Katana. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen und erneut musste er über den Trick staunen, mit dem Zhabia es geschafft hatte Lennar davon zu überzeugen ihnen zumindest so lange zuzuhören bis er sich dafür entschied ihr Anliegen an höherer Stelle vorzutragen. Man würde Ihnen helfen. Wenn er nur fest dran glaubte, würden Ihnen die Cardassianer Schiffe zur Verfügung stellen. Zhabia ließ sich mit der gleichen leichtfüßigen Art auf dem Stuhl neben ihm nieder. Doch ihre Mine zeigte bei weitem nicht so viel Zuversicht wie er sie empfand. „Schlechte Nachrichten?“ fragte er und legte das Padd, welches er zuvor studiert hatte bei Seite. Die Cardassianer waren gastfreundlich. Zumindest, nachdem sie erkannt hatten, dass sich hier vielleicht die Chance bot etwas von dem wieder gut zu machen, was der Föderation während des Dominionkrieges angetan hatten. Man hatte ihnen Quartiere auf dem Planeten zur Verfügung gestellt. Kleidung und Essen, sogar Techniker, um die Schäden an dem Thunderbird Segment zu beheben. Letzteres hatte Elliott jedoch dankend abgelehnt. Seine Zuversicht war große, doch soweit, das er Cardassianer freiwillig auf sein Schiff gelassen hätte vertraute er ihnen nicht. Er hatte eigene Techniker, die an den Schäden arbeiteten. Die würden genügen müssen. Er musterte Zhabia die ihren Gedanken die richtigen Worte verleihen wollte. Überhaupt empfand er sie als jemanden, der nur mit sehr viel bedacht sprach. Eine Counselor eben, jedoch angenehm. Auch auf der Thunderbird gab es einen Psychologen. Ein Betazoid, in dessen Gegenwart sich der erste Offizier nie richtig wohl gefühlt hatte. Er bekam schnell den Eindruck, dass er von dem Empathen übervorteilt wurde und dieses Gefühl mochte er nicht. Zhabia schätzte er in ihren Fähigkeiten ebenso gut ein, aber sie vermittelte nie den Anschein er wäre ein offenes Buch für sie. Jetzt jedenfalls wirkte sie nachdenklich. „Die Umstände sind wahrscheinlich noch kritischer, als wir zunächst angenommen haben.“ Elliott lehnte sich in seinem Stuhl zurück und sah die Counselor über den Tisch hinweg an. Er hatte seine Uniformjacke über die Stuhllehne hinter sich gelegt und die Ärmel seine Pullis bis zu den Ellenbogen hochgeschoben. Es war warm auf Cardassia, und das für Menschen ungewöhnlich warme Klima breitete sich auch in den Wohnräumen aus. „Wie kommen Sie zu der Annahme?“ „Ich war in den Quartieren der Zivilisten.“ Erläuterte Velain „Mir ist eine Frau begegnet die ungewöhnlich viele Fragen gestellt hat.“ Elliott zog die Augenbrauen zusammen. „Fragen? Worüber?“ Die Delvianerin zuckte die Schultern und lehnte sich selbst in ihrem Stuhl zurück, den Blick auf einen Unsichtbaren Punkt an der Wand gerichtet. „unwichtigen Kram eigentlich. Wie viele an Bord der Thunderbird waren. Wie viel Sternenflottenpersonal sie begleitet hätten. Ob wir Fracht an Bord hatten. Wie lang wir unterwegs waren.“ – „Warum interessierte sie das?“ Zhabia machte ein grüblerisches Gesicht, dann sah sie Elliott offen an. „Eigentlich haben diese Informationen keinen wirklichen Wert für sie. Sie hat die Fragen auch nicht mir gestellt sondern ausnehmlich unseren Zivilen Angehörigen. Außerdem hat sie sorgsam darauf geachtet nach eigentlich Interessanten Dingen nicht zu fragen.“ – „Warum sind wir hier? Was ist unsere Mission? Wie groß ist unsere Verbandsstärke?“ – „Gegen wen haben wir gekämpft?“ Die beiden Offiziere sahen einander an. Dann setzte Zhabia fort. „Sie war sicherlich vom Obsidianischen Orden.“ Schloss sie. Der erste Offizier nickte. „Wir sind kaum ein paar Stunden hier, und der Orden beginnt sich für uns zu interessieren.“ – „Was nicht unbedingt ungewöhnlich ist.“ Bemerkte Zhabia. „Richtig, aber warum stellen sie keine Fragen zu den wirklich nützlichen Themen?“ – „Weil sie diese Informationen bereits wissen.“ Folgerte die Counselor.


Natall starte den großen, breiten Rücken vor sich an und achtete gleichzeitig darauf im Schatten des großen Schotts zu bleiben. Der Geruch von geschmolzenem Kunststoff und verbrannter Haut lag in der Luft, begleitet von einer Chemikalie die sie nicht wirklich einzuordnen wusste. In der Enge der Jeffreysröhren hatten sie sich mit Lincoln bis zum Maschinenraum vorgearbeitet. Das große Schott, dass den Bereich zum Warpantrieb abriegelte, bevor es zu einem Bruch kam war geschlossen worden, doch irgendwer musste es wieder geöffnet haben, den über dunstige Schwaden konnte sie den dahinter liegenden Teppichboden erkennen. Die Metalltür war nicht bis zum Boden versenkt worden und schwebte gut einen Meter über ihrer Verankerung. „Können Sie was sehen?“ Gemeinsam mit dem Sicherheitschef stand sie in dem Verbindungsknoten, der in den Maschinenraum führte. Es gab zwei die sich vor dem Schott außerhalb des Hauptmaschinenraums befanden und zwei innerhalb davon. Auf Grund der hermetischen Abriegelung waren die Zugänge hierzu gesichert worden, so dass sie von außen an das Schott heran mussten. Frank schulterte sein Plasmagewehr und konsultierte seinen Tricorder. „Der Nebel ist zu dicht, als das man was erkennen könnte. Aber ich orte mindestens sieben Ziele.“ – „Ziele?“ Natall hatte ihr eigenes Gewehr im Anschlag und rückte auf den Sicherheitschef auf um die ebenfalls die Anzeige des Tricorders sehen zu können. „Da der Maschinenraum evakuiert wurde rechne ich im Moment mit Feindkontakt.“ Lincoln schob den Captain in seine Deckung zurück und sah sie finster an. „SIE warten hier! Und ich werde nachsehen gehen.“ Er steckte den Tricorder zurück an den Gürtel. „Wenn ich in zehn Minuten nicht wieder da bin, verschwinden Sie hier!“ Geodis wollte zu einer Erwiderung ansetzten doch Lincoln schnitt ihr das Wort ab. „Fangen Sie nicht wieder an mit mir zu Diskutieren, oder ich schließe Sie in den nächsten Schrank!“ er warf einen Blick über die Schulter in Richtung Schott, dann milderte er seinen Ton wieder. „Ich meine das ernst. Verkrümeln Sie sich wenn’s brenzlig wird. Schaffen Sie dann lieber die Leute vom Schiff.“ Geduckt huschte er aus seiner Deckung. Natall erwartete einen Schuss oder dergleichen zu hören, doch es blieb still und nichts schien sich zu bewegen. Sie verfolgte die schemenhafte Gestalt des Sicherheitschefs, bis dieser behände unter dem offen stehenden Schott hindurch rollte und aus ihrem Blickfeld verschwand. Die Trill lauschte in die entstehende Stille hinein, doch weder Schritte noch das Surren der Maschinen waren zu hören. Ohne die interne Kommunikation und Sensoren konnte sich Natall nur vorstellen, was passiert war. Der Warpkern war nicht gebrochen, so viel stand fest. Jedoch musste der Antrieb unter der Belastung des Kampfes schwer gelitten haben. Wenn nur einer der Kühltanks getroffen worden war, reichte dies um den Maschinenraum evakuieren zu lassen. Sie waren keinen Besatzungsmitgliedern begegnet, vermutlich hatte die Chefingenieurin frühzeitig das Deck räumen lassen. Doch der Gedanke an die vollkommene Leere auf den unteren Decks beunruhigte sie zunehmend. Wer kümmerte sich um die Hüllenbrüche? Wer stellte die Systeme wieder her? Wo war die Schar an Technikern, die sie sonst hätte treffen müssen? Ein Schuss hallte durch die verlassenen Räume und Natalls Kopf ruckte in die Richtung aus der das Geräusch kam. Ein zweiter folgte, dessen Einschlag unüberhörbar in einer der Wandkonsolen gewesen sein musste. Dann wurde es wieder ruhig. Geodis schob sich vorsichtig aus ihrer Deckung und inspizierte ihre Umgebung. Nichts. Niemand befand sich vor dem Schott. Und der dahinter liegende Teil blieb ihr weiterhin verborgen. Sie erinnerte sich an die Worte Lincolns, die ihr die Flucht befohlen hatten. War der Sicherheitschef schon zehn Minuten unterwegs? Sie versuchte gar nicht erst einen Blick auf ihr Chronometer zu werfen und verließ, nach einigen Sekunden ihre Deckung.


Seeta erwachte aus ihrem Dämmerzustand und hob den Kopf. Winnie stand an einer der gegenüber liegenden Medobetten und kontrollierte die Anzeigen. Das untätige Herumliegen trieb die Chefingenieurin die Wände hoch und das Bewusstsein, dass der Maschinenraum evakuiert worden war half ihr nicht bei dem Versuch ihre innerliche Ruhe wieder zu finden. Maggie, die ihr als einzige Rede und Antwort hätte stehen können hatte sich, gleich nachdem sie ihre Chefin in der Krankenstation abgeliefert hatte, ein Technikkit geschnappt und zurück auf den Weg zum Hauptmaschinenraum gemacht. Die Systeme der Katana lagen offensichtlich lahm, und das mehr als spärliche Licht in der Krankenstation zeugte davon, dass die Energie nur der wichtigsten Versorgung galt. Statt hier in einem der Betten zu liegen hätte sie bei den anderen Technikern sein sollen, die sich darum bemühten, das Schiff wieder einsatzbereit zu machen. Maddigan wurde auf die Zanderianderin aufmerksam, die mit ihren Blicken fast seinen Rücken durchstach. Gemächlich trat er an ihr Bett und sah sie über den Rand seiner Brille sanft an. „Ich sage Ihnen das nicht gerne, Miss Yadeel, aber Sie gehören zu der Art Patienten, die ich am wenigsten mag.“ Er lächelte sie. „Gönnen Sie sich die Ruhe, und haben Sie Vertrauen.“ Seeta setzte sich in ihrem Bett umständlich auf, denn Schmerz in ihrem Rücken ignorierend. „Wie kann ich denn Vertrauen haben, wenn ich nicht weiß, was los ist?“ Maddigan seufzte. Er war geneigt den Commander wieder auf die Liege zurück zu drücken, doch er überlegte es sich anders. Stattdessen überzeugte er sich davon, dass er an keinem der Betten im Augenblick gebraucht wurde und zog sich einen Stuhl heran, auf dem er Platz nahm. Dann stützte er die Ellenbogen auf Seetas Liege und verschränkte die Hände unter seine Kinn. „Was genau möchten Sie wissen?“ – „Alles! Ich habe womöglich Stunden in diesem Knotenpunk t gelegen. Ich weiß seit dem Absetzten der Attack Fighter eigentlich nichts mehr.“ Der Arzt schob seine Brille von der Nasenspitze wieder hoch und schürzte die Lippen. „Wir sind von diesen Jägern angegriffen worden.“ Seeta nickte. „Das weiß ich.“ – „Und es sah nicht besonders gut für uns aus.“ Fuhr Maddigan fort. Erneut nickte Seeta. „Bis wir schwer getroffen wurden.“ Schloss sie. „Dann reißt alles ab.“ Winnie setzte sich auf seinem Stuhl zurück. „Etwas später ist die Technikercrew des Maschinenraums hier eingetroffen. Es hat ein Leck im Kühlsystem gegeben und Ms. Kincaid hat beschlossen den Maschinenraum zu evakuieren. Vorerst.“ Seeta lehnte sich etwas zurück und ließ die Information auf sich wirken. „Sie wartet bis die automatische Versiegelung der Kühlung greift um dann die Schäden zu beheben.“ Sie dachte nach. „Warum gibt es keine Gefechtserschütterungen mehr?“ Maddigan zuckte mit den Schultern. „Das wissen wir nicht. Es hat abrupt aufgehört, nachdem wir getroffen wurden. Die Kommunikation und Sensoren sind ausgefallen. Wir hatten seit mehreren Stunden keinen Kontakt mehr zur Brücke.“ Er deutete auf eines der entfernteren Betten. „Murphy, der Elite Force Arzt, hat Lieutenant Elija vor einer halben Stunde hier her gebracht. Lincoln war auf dem Weg zur Brücke, als er sie zur Versorgung des verletzten Crewmitglieds zurückgelassen hat.“ Die innere Unruhe der Chefingenieurin wuchs wieder. „Die Gefechtspause macht mir Sorgen.“ Der Arzt legte seine Hand auf ihre. „Durch den Ausfall fast sämtlicher Systeme können wir an diesem Informationsmangel bisher aber nichts ändern. Wie gesagt „ er erhob sich wieder „Vertrauen, Miss Yadeel.“


Es gab ein knisterndes Geräusch als Dalen zwei Isochips wieder an ihren Platz schob und den dazugehörigen Link wieder aktivierte. Akida reichte ihm eines der Plasmakabel und ließ sich auf den Knien nieder um in die Öffnung des Wartungsschachtes zu sehen. „Und?“ wollte er wissen, während der Wissenschaftsoffizier Anstalten machte weiter in den Schacht zu rutschen. „Nichts.“ Antwortete Lazarus und zog an dem Plasmakabel. „Wir haben nur sehr beschränkte Kommunikation. Ich habe es geschafft eine Verbindung zu Miss DeSoto herzustellen, weil ich ihren Kommunikator speziell anvisiert habe, aber sie kann uns nicht hören. Von den Sensoren einmal abgesehen.“ Er zwängte sich aus der Öffnung in der Wand. „Das war’s erst mal. Mehr kann ich ohne den Computer nicht tun.“ Akidas Gesicht nahm einen säuerlichen Ausdruck an. „Wir können mit niemandem Kontakt aufnehmen? Und wenn wir den Captain anpeilen?“ – „Kann die uns auch nicht hören!“ Dalen verlor allmählich die Geduld. „Woher soll Captain Geodis wissen, dass wir sie hören können, sie aber uns nicht? Und was bringt uns das?“ – „Wir wüssten zumindest, was auf den unteren Decks vor sich geht.“ Dalen hievte sich vom Boden hoch und setzte sich an eine der Konsolen. „Dann gehen Sie am Besten auf die unteren Decks und sehen nach.“ Brummte er. Akidas Mund klappte auf. „Wir können uns nicht einfach hier hinsetzten und nichts tun.“ Lazarus dreht sich in seinem Sitz um und richtete sich zu seiner vollen Größe auf. „Das, Commander Toreen, habe ich auch nicht vor.“


Natall blinzelte, als ihr der stechende Rauch im Hauptmaschinenraum in den Augen brannte. Tränen traten ihr augenblicklich in die Augenwinkel und sie musste sich anstrengen um in dem Nebel überhaupt etwas zu erkennen. Schemen zeichneten sich durch die dichten Rauchschwaden ab, doch keiner von ihnen bewegte sich. Wo zuvor noch Schüsse zu hören waren herrschte jetzt wieder absolute Stille. Die Trill hatte sich an eine der Wände gepresst und lies ihren Blick wandernd umher schweifen. Jeden Moment rechnete sie damit, dass einer der Fremden auf sie zutrat, doch nichts geschah. Links von ihr befand sich die Konsole des Chefingenieurs. Sie tastete sich langsam vorwärts und ging hinter dieser in Deckung. Wo zum Teufel war Lincoln abgeblieben? Seit er sie verlassen hatte waren nur ein paar Minuten vergangen. Nicht genügend Zeit um den Maschinenraum, komplett zu durchqueren, oder gar wieder zu verlassen. Sie hörte ihren eigenen Atem und nichts rührte sich. Als sich nach weiteren endlosen Sekunden nichts tat legte sie eine ihrer Hände auf die Ingenieurs-Konsole und erweckte diese zu neuem Leben. Es piepte leise als einige der Lichter wieder aufflammten, während andere ihren Dienst versagte. Mit kundigem Blick verfolgte sie die Zahlenkolonnen und Ergebnisse auf der Anzeige. Der Warpkern, soviel stand fest, war nicht gebrochen, doch die internen Sensoren waren weiterhin offline, wie so gut wie jedes System. Ein weiterführender Check verriet ihr jedoch, dass sich die Hüllenbrüche auf den Decks nur unzureichend versiegelt hatten. Zum einen, weil die Energie dafür zu fehlen schien, zum anderen, weil die Kraftfelder durch irgendetwas blockiert wurden. Geodis schulterte ihr Plasmagewehr und nahm die freiwerdende Hand um mit dieser ebenfalls die Konsole zu bedienen. Wenn sie zumindest einen Teil...Sie schrak auf als ein Schuss nur um Zentimeter ihren Kopf verfehlte. Auf ihrer Wange konnte sie die Hitze des Projektils spüren und ein Reflex ließ sie sich hinter die Konsole fallen. Noch im selben Moment schlang sich ein metallener Arm um ihre Hüfte und zog sie wieder auf die Beine. Das anfängliche feindliche Feuer verebbte und Natall fand sich einen halben Meter über dem Boden schwebend wieder. Entsetzt hörte sie den dumpfen Aufschlag mit dem ihr Plasmagewehr zu Boden fiel. Irgendwo in ihrer Magengegend erfasste sie Panik und mit allen Kräften stemmte sie sich gegen den stärker werdenden Griff, der sie fast mühelos zu umschließen schien. Lautlos setzte sich ihr Angreifer in Bewegung und aus dem allgegenwärtigen Nebel tauchte plötzlich eine Hünenhafte Gestalt auf, die sie aus roten Schlitzen zu mustern schien. Der innere Drang sich zu befreien steigerte sich und Geodis begann mit ihren Armen um sich zu schlagen, jedoch ohne Erfolg. Unbeeindruckt setzte der Roboter seinen Weg mit ihr fort und verließ schließlich über das zerstörte hintere Schott den Maschinenraum.


Ein seltsam hysterisches Lachen drang aus Lews Kehle, als er die Anzeige auf seinem Display betrachtete, gleich einem Blick in den Rückspiegel. Ein gewaltiger Feuerball blähte sich lautlos hinter der kleinen Spitfire auf und versengte dieser fast die Flügelspitzen. Triumphierend reckte Ian in der Maschine neben Lew die Fäuste nach oben. „Wir haben sie platt gemacht.“ Schrie er in seinen Kommunikator und zur Bestätigung kam ein undefinierbarer Ausruf Lews zurück. Gebannt verfolgten sie, wie der Basisstern hinter Ihnen verglühte. Etliche der feindlichen Jäger wurden von der Feuerwalze erfasst und mit in den Tod gerissen, doch ebenso viele lösten sich aus der zuvor festen Formation und setzten den kleinen Sternenflotten-Fightern nach. „Wir bekommen Gesellschaft.“ Verkündete Ian schließlich und riss seinen Fighter einmal mehr um die eigene Achse. „Packen wir’s an.“


„Was werden Sie also tun?“ Elliott riss der Geduldsfaden. Seit geraumer Zeit hatte er jetzt mit Mina zugebracht, die schnell das Wort in dieser Verhandlung an sich gerissen hatte und eindeutig die Interessen des Obsidianischen Ordens zu verstehen gab. „Sie verlangen von uns in Sternenflottenangelegenheiten einzugreifen. Dinge, die uns nichts angehen. Das zumindest wurde uns von ihrem Oberkommando so deutlich gemacht.“ Sie funkelte den ersten Offizier aus dunklen Augen an. „Woher sollen wir wissen, dass Sie uns in keine Falle locken?“ Lennar, der im Rücken Minas stand schwieg. Er teilte offensichtlich nicht ihre Haltung, doch offenbar schien ihm der Mut zu fehlen in dieses Wortgefecht einzugreifen. Die Ordensangehörige setzte sich schließlich in Richtung Tür in Bewegung. „Sie sind unsere Gäste, mehr können wir vorerst nicht tun.“ Elliott wollte aufspringen, doch irgendwie war Lennar schneller und legt ihm bedeutungsvoll eine Hand auf die Schulter, die ihn auf seinem Stuhl hielt. Zhabia sah den Cardassianer abwartend an. Als sich die Türen hinter Mina schlossen entließ er Elliott aus seinem Griff und machte ein entschuldigendes Gesicht. „Es ist zwecklos.“ Gestand er und etwas Bedauerndes lag in seiner Stimme. „Vielleicht sollten Sie uns einfach erzählen, was Sie wissen.“ Zhabia hatte den Blick von Lennar abgewandt und beobachtete stattdessen das Glas Wasser, welches sie zwischen ihren blauen Fingern drehte. Der Gul schritt wieder an das Fenster und verschränkte dabei die Hände hinter seinem Rücken. „Wir haben vor einigen Tagen ein Trümmerfeld entdeckt.“ Begann er, und in Elliotts Magengrube verkrampfte sich etwas. „Wir dachten zunächst, dass sich der Warpkern des Schiffes überlastet hat, bis wir feststellten, dass es sich nicht nur um ein Schiff handelte.“ – „Die vierte Flotte.“ Der erste Offizier der Thunderbird spie die Worte fast aus. Schon nach dem Austreten aus dem Wurmloch hatten sie sich gefragt, wo die Schiffe der Flotte abgeblieben waren, doch die Frage nach dem Verbleib der eigenen Schiffe und der Angriff durch die feindlichen Jäger hatte dazu keine Zeit gelassen und Vermutungen über die 4. Flotte zunächst bei Seite gedrängt. Lennar nickte und wandte sich wieder den beiden Sternenflottenoffizieren zu. „Ich bin nicht sicher, wie viele Schiffe es waren, das Trümmerfeld war gigantisch und wir konnten nur wenige Wrackteile bergen, sicher ist jedoch, dass viele bei der Zerstörung den Tod fanden.“ Die Art, wie der Cardassianer das sagte ließ Elliott das Blut in den Adern gefrieren. „Es gab kein Intaktes Schiff?“ Lennar schüttelte den Kopf. „Nicht eins. Und das ist der Grund, warum der Orden sich nicht einmischen wird. Etwas, das so stark ist, dass es eine ganze Flotte vernichtet, noch dazu der Föderation, das wird auch eine Gefahr für Cardassia sein.“ Zhabia und Elliott verstanden die Bedenken Minas, aber der Wunsch, den eigenen Leuten zu Hilfe zu kommen verdrängte jede Furcht. „Wer tut nur so etwas?“ flüsterte die Counselor. „Er war jedenfalls schnell.“ Erklärte der Gul und setzte sich zu den beiden an den Tisch. „Wir haben die 4. Flotte beobachtet, da sie sich so nah an unserem Raum aufhielt. Sie war fast von einem Moment zum anderen Verschwunden. Wie gesagt, wir haben damit gerechnet, dass sie in den Föderationsraum zurückgekehrt ist. Selbst, als wir die Trümmer fanden konnten wir uns nicht vorstellen, dass es diese Schiffe waren.“


Maggie zog sich an einer der Öffnung aus der Jeffreysröhre und blickte sich im Maschinenraum um. Der Computer reagiert nicht mehr auf Sprachbefehle und so würde sie sich als erstes daran machen müssen ihm dieses Leben wieder einzuhauchen. Zumindest, nachdem sie ihm gesagt hatte den Rauch abzuziehen. In Momenten wie diesen registrierte sie immer erst, wie Abhängig sie eigentlich alle von der Technik waren. Es schien ihr eine Ewigkeit her zu sein, als sie das letzte Mal wirklich Intensiv die Tasten an einer Konsole genutzt hatte, ohne dabei den Sprachprozessor der Katana zu verwenden. Sie sah sich um. Wieso war sie allein? Und wo waren die anderen, die sie zum Maschinenraum beordert hatte. Aus den Augenwinkeln sah sie, dass das Sicherheitsschott sich nicht vollends geschlossen hatte. Waren die anderen dort? Sie hörte weder Stimmen noch geschäftiges Treiben. Gerade Kniete sie sich zu Boden, als etwas nach ihr Griff und sie umschlang. Maggie die nicht groß darüber nachdachte, umklammerte ihr Technikkit und schleuderte dies mit aller Kraft hinter sich, bis sie einen metallenen Widerstand spürte. Erneut holte sie aus und schlug zu. Der Koffer sprang auf und entleerte seinen Inhalt auf den Boden. Für einen kurzen Augenblick lockerte sich der Griff ihres Angreifers und Maggie nutzte die Chance um sich zu befreien. Mit einem großen Schritt setzte ihr der Roboter nach und griff erneut nach der Technikerin. Es kostete ihn offensichtlich keine Mühe wieder nach der zierlichen Frau zu greifen und diese in die Luft zu heben. Maggies Hände sucht in dem Chaos an Werkzeug verzweifelt nach etwas, das ihr helfen würde zu entkommen. Es dauerte fast endlose Sekunden, bis sie etwas zu fassen bekam und augenblicklich aktivierte. Ohne richtig zu wissen was sie tat richtete sie den Phasenumwandler auf die glühendroten Augen ihres Gegners und stacht mit aller Kraft zu. Es gab ein kreischendes Geräusch und das Licht erlosch. Zweifelnd starrte Maggie ihr Gegenüber an, bevor sie sich wieder auf den Boden fallen ließ und unter einer der Konsolen in Deckung kroch. Was tun, wenn es noch mehr da draußen gab?


„Verdammt, er hängt an mir wie eine Schmeißfliege an einem Kuhfladen!“, brüllte Lew Sulik, während ihm Geschosse um die Ohren flogen. So rudimentär sie auch sein mochten, genauso tödlich waren die Dinger. „Ich bin gleich bei Dir!“, rief Ian Paice, sein Wingman durch den offenen Kanal zurück. „Gleich genügt nicht!“, antwortete Sulik, während er eine steile Rechtskurve flog, in der Hoffnung, den feindlichen Flieger loszuwerden, der sich an seine Fersen geheftet hatte. „Gleich, gleich! Nur ein bißchen noch“, gab Paice zurück. Er tat sein bestes, um zu seinem Wingman zurückzukehren, von dem er im Laufe des Gefechts getrennt worden war. Erst vor einigen Sekunden war es ihm gelungen, seinen eigenen Gegner mit Können und einer gehörigen Portion Glück dazu loszuwerden.

„Überlaßt den Toaster mir!“, verlangte eine weibliche Stimme, die beide nie zuvor gehört hatte. Bevor Lew wußte, wie ihm geschah, flogen ihm weitere Geschosse um die Ohren, diesmal jedoch von vorne. Der Mann aus der Ukraine war jedoch nicht das Ziel der Geschosse. Ein lauter, triumphierender Schrei, der durch die Sprechverbindung zu ihm drang ging mit der Zerstörung des Zylonenjägers einher. Irgendjemand hatte ihm gerade den Arsch gerettet.

Ein weißer Flieger unbekannter Bauart mit orangen Markierungen zog an ihm vorüber, es folgte ein zweiter, ein dritter und noch einige. Lew und Ian, der inzwischen bei Lew angekommen war, drehten ihre Fighter gleichzeitig herum und sahen zu, wie die unbekannten Flieger sich ins Getümmel stürzten. „Was zum Henker?“, wollte Lew wissen, der im Hintergrund vor dem sich gerade wieder schließenden Wurmloch mehrere Schiffe ausmachte. Zwei Bradburys, eine Prometheus, eine Sovereign, eine Akira und zwei Sabers. Offensichtlich der Rest des Verbandes, mit dem die Katana durch das Wurmloch gesprungen war. Er fragte sich nur kurz, warum es so lange gedauert hatte, bis sie hier aufgetaucht waren, während sein Blick über ein Schiff unbekannter Bauart glitt. In etwa so groß wie die Katana, aber wuchtiger und wesentlich kompakter. Er vermutete, daß die ihm unbekannten Jäger, von denen ihm gerade einer den Arsch gerettet hatte, von dort stammten.

„Wer zum Henker?“, fragte Ian, seine Verwunderung in diese drei kurzen Worte kleidend. „Freunde“, entgegnete Lew trocken. „Das kannst Du nicht wissen“, gab Ian zurück. „Na hör mal, die haben uns gerade gerettet. Und gerade im Moment knallen Sie Zylonenjäger ab. Du weißt doch, was man sagt: Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“


Irgendwo im All ging eine Saber unter Warp. „Sind Sie uns gefolgt?“, fragte Muhammad Al Harid. Einen schnellen Scan später antwortete sein Sicherheitschef: „Nein, Sir“ Sofort entspannte der Ägypter sich unmerklich. Commander Adama hatte recht gehabt, als der Sohn des eher störrischen alten Admirals Adama. Der junge Mann hatte sich gegen seinen Vater aufgelehnt, als er mit seinem Schiff dem Sternenflottenverband zu Hilfe geeilt war.

„Wie sieht es mit den Firewalls aus?“, wollte der Captain dann von seinem Chief Engineer wissen, der in diesen kritischen Stunden auf der Brücke saß. Morrisson antwortete: „Es war knapp, aber die letzte ist intakt geblieben, wir sind gerade noch rechtzeitig außer Reichweite gesprungen“, gab der Waliser die erhoffte Antwort.

„Gut, richten Sie die Firewalls neu ein. Beeilen Sie sich, wir müssen so schnell wie möglich wieder ins Kampfgebiet springen“, wies der Captain an. Morrisson nickte nur noch, während er bereits mit fliegenden Fingern das Display vor sich bediente. Er wollte verdammt sein, wenn es den Zylonen gelang, sich in die Schiffssysteme einzuhaken.

„Ich bin so weit“, erklärte er wenige Minuten später. „Gut, Steuermann, Kurs setzen zurück ins Kampfgebiet, Warp 3“, verlangte Al Harid, während vor ihnen eine Sovereign auftauchte. Offensichtlich mußte jetzt die Brotherhood neu programmieren. Nur wenige Augenblicke später befand die Saber sich wieder mitten im Kampfgebiet.


„Sind die Zylonen tatsächlich in unserem System?“, fragte Novak bei seinem Chefingenieur nach. „Aye“, bestätigte dieser. Novak nickte in Richtung des Sichtschirms, auf dem DeLara von der Cu Chulainn auf eine Antwort von ihm wartete. „Bringen Sie ihr Schiff hier raus, bevor Sie Navigation, Waffen und Schilde verlieren. Das wird ihr nächster Schritt sein“, erklärte die Frau, deren Haare schon ergrauten. Sie hatten viel Glück gehabt, bei ihrem Austritt aus dem Wurmloch statt auf die Zylonen auf die Pegasus und die Galactica getroffen zu sein. Es war einige Minuten brenzlig gewesen, doch schließlich hatten die beiden Kampfsterne aus dem fremden Universum ihren Aussagen geglaubt, daß sie keine Zylonen seien. In dem folgenden Gespräch hatte Commander Adama ihnen erklärt, wie die Taktik der Zylonen für gewöhnlich aussah.

Sie hackten sich in das vernetzte Computersystem des Gegners. Waren sie erstmal drin, brauchten sie nicht lange, um die Kontrolle über die Schiffssysteme zu übernehmen. Sie legten Navigation, Antrieb und Waffen lahm. Dann war es ihnen ein leichtes, die Schiffe zu zerstören. Die Sternenflottenschiffe hatten Glück gehabt, daß die Zylonen länger brauchten, um sich auf die etwas andere Technik einzustellen, sonst hätten sie die Schiffe längst zerstört gehabt.

Die Antwort der Galactica und der Pegasus hatte darin bestanden, die Vernetzung der Systeme aufzuheben. Vieles, was früher durch die miteinander kooperierenden Computer sehr schnell gegangen war, dauerte jetzt wesentlich länger. Doch sie waren sicher vor dieser Taktik der Zylonen. Lee Adama hatte empfohlen, die Schiffssysteme mit mindestens fünf Firewalls zu schützen und sich aus dem Kampfgebiet zurückzuziehen, sobald vier davon geknackt waren. Die Zylonen konnten nicht folgen und so hatte man Zeit, neu zu programmieren und wieder ins Kampfgebiet zurückzukehren. Bisher klappte die Taktik gut und der Kampfstern Pegasus und seine Jäger waren eine große Hilfe gewesen. Lee Adama hatte gesagt, daß sie jeden Alliierten gebrauchten konnten, den sie kriegen konnten und sich über seinen skeptischen Vater, der den Kampfstern Galactica kommandierte hinweggesetzt.

Captain Novak nickte. „Schützen Sie die Katana, die Systeme dort sind ausgefallen. Vermutlich sind die Zylonen dort schon im System. Soweit wir feststellen konnten, wurde das Schiff bereits geentert“, gab er an die andere weiter. DeLara nickte. „Aye. Sehen Sie zu, daß Sie ihre Systeme neu hochfahren und sich vor einem neuen Angriff schützen. Danach kommen Sie zurück und helfen uns. Ich informiere die anderen, damit sie sich falls erforderlich auch zurückziehen und neu gruppieren können“, erklärte sie, dann sah sie zu, wie sich die wuchtige Akira sich entfernte.

„Geben Sie mir die Thunderbird“, verlangte sie dann von ihrem Kommunikationsoffizier, während ihr Schiff sich bereits zwischen die Katana und die Angreifer schob, um sie so zu schützen, wie das zuvor die Spartacus getan hatte.


Nummer Vier betrachtete die Informationen über die Schlacht, die ihr laufend auf ihrem Display angezeigt wurden. Der andere Basisstern war zerstört worden. „Wie weit sind wir mit der Exemplaren von dem Schiff, das wir geentert haben?“, wollte Nummer Sechs wissen, die hinter ihr stand.

„Die Zenturionen sind noch mit der Sammlung der weiblichen Exemplare beschäftigt“, gab Nummer Vier an, nachdem sie einen Blick auf die Daten auf ihrer Anzeige geworfen hatte. „Gut. Sobald sie genügend Exemplare haben, kannst Du die Selbstzerstörungssequenz aktivieren, die wir entdeckt haben. Sehr entgegenkommend, von diesen Menschen, uns unsere Sprengköpfe zu sparen“, meinte sie, dann lächelte sie Nummer Vier an und verließ die Kommandozentrale.


Natall Geodis wurde von dem Zenturion, der sie die ganze Zeit über fest in seinem Griff gehalten hatte in die Shuttlebay geschoben. Ein ihr unbekanntes Raumschiff nahm dort einen Teil des Platzes ein. Vermutlich war die Katana damit geentert worden. In einer Ecke der Shuttlebay sah sie Crewmitglieder zusammengekauert sitzen, bewacht von weiteren der hochgewachsenen, silbermetallisch schimmernden Robotern, die bei jedem Schritt hydraulische, stampfende Geräusche verursachten. Einer der Bewacher drehte sich zu ihr um und zeigte mit seinem Arm, der wie die Mündung eines altmodischen Maschinengewehres wirkte erst zu ihr und dann zu der Gruppe. Schaudernd setzte die Trill sich in Bewegung. Sie war leicht irritiert, als sie feststellte, daß es sich bei den in der Shuttlebay zusammengetragenen und -getriebenen Crewmitgliedern ausschließlich um Frauen handelte. Eine merkwürdige Form der Auslese, die hier offensichtlich getroffen wurde.

Sie setzte sich neben Rahel Goldberg. Die junge Jüdin war offensichtlich völlig verängstigt. „Nur Frauen hier?“, fragte die Captain sie, was ihr von der jüngeren bestätigt wurde. Sie fragte sich, was für einen Sinn das machte, als die Tür zur Shuttlebay sich öffnete und ein weiteres Crewmitglied von einem Zenturion hineingeschoben wurde. Wieder eine Frau. Diesmal Tu'Ran, die man wohl im Diners aufgegabelt hatte. Die Captain verwünschte die Frau für ihre Weigerung, das Schiff zu verlassen.

Die Twi'Lek kam zu ihr herüber und ließ sich neben der Captain auf den Boden sinken. „Was soll das“, flüsterte die Barkeeperin, was ihr von Geodis mit einem Achselzucken beantwortet wurde. Deren Augen schweiften bereits durch den Raum, auf der Suche nach einem Ausweg.


„Mr. Sulik, wie zum Teufel haben Sie den Basisstern zerstört?", wollte Novak wissen, kaum daß er wieder das Kampfgebiet erreicht hatte. Sein Chefingenieur hielt indes laufend die Firewalls im Blick, bislang hielten sie, es war jedoch nur eine Frage der Zeit, bis die Zylonen die erste Barriere zwischen sich und dem Hauptrechner der Spartacus überwunden hatten.

Es dauerte einen Augenblick, ehe der Squadron Commander antwortete. „In ihrem Bauch befinden sich ihre Flieger. Der Treibstoff ist hochexplosiv. Wir haben eins von den Dingern hochgejagt und damit eine Kettenreaktion ausgelöst“, gab Lew Auskunft.

„Ich brauche die Sensorauswertungen des Dings da vor uns“, verlangte Novak dann. Die Ansicht auf dem Schirm vor ihm wechselte vom Gefecht hin zu einer Schematik des Schiffes, das wie zwei mit den Spitzen aufeinandergestellte Kegel wirkte. „Wo kommen die Flieger rau?“ wollte er dann wissen.

Die Ansicht zoomte auf eine Stelle heran, Novak nickte zufrieden. „Übermitteln Sie diese Stelle an alle Schiffe. Sie sollen mit allem, was sie haben dahin feuern. Es müßte schon mit dem Teufel zugehen, wenn wir damit nicht das Ding zerstören.“


Ängstlich zuckte Maggie zusammen, als sie ein leises Geräusch vernahm. Sie lauschte mit eingezogenem Kopf und identifizierte das Geräusch schließlich als sich nähernde Schritte. Menschliche Schritte. Nicht die Schritte eines dieser Riesenrobotor, von denen sie gerade einen erledigt hatte. Vorsichtig lugte die Technikerin aus ihrer Deckung heraus. Ein Mann in Flottenuniform. Frank Lincoln. Erleichtert atmete sie auf. Einst hatten sie sich nahe gestanden, dann hatte er sich auf einmal von ihr zurückgezogen. Sie fragte sich noch heute, was der Grund dafür gewesen war.

„Frank!“, stieß sie erleichtert aus, was ihn dazu brachte, sich ihr zuzudrehen. „Maggie“, stellte er lächelnd fest. Sein Blick fiel auf den am Boden liegenden Zenturion. „Warst Du das?“, fragte er. Sie nickte und hob den Phasenumwandler hoch, den sie noch immer in ihrer Hand umklammert hielt. Scheint, ich hab ihn damit durchgeschmort. „Praktisch“, bemerkte er. Sie begann vor Erleichterung am ganzen Körper zu zittern. Er sah sie eindringlich an. „Maggie, wir sind von diesen Typen geentert worden. Sie es scheint, hast Du per Zufall eine Schwachstelle an den Dingern gefunden. Ich will, daß Du Dir das Ding genau ansiehst, untersuche es, wir müssen wissen, was genau dazu geführt hat, daß ihm was durchgeschmort ist.“

Sie zitterte jetzt unkontrolliert. Sie hatte Angst. „Maggie!“, ermahnte er sie lauter. Sie schloß kurz die Augen. Sie war Sternenflottenoffizierin. Sie war an Bord eines Raumschiffes, ihre Kollegen zählten auf sie. Sie konnte sich jetzt keine versagenden Nerven leisten. Ein höhergestellter Offizier hatte ihr eine Anweisung erteilt. Sie würde sie befolgen. „Aye“, meinte sie, und griff nach einem der Diagnosekitts, die durch die Gegend geflogen waren beim letzten Einschlag.

„Gut“, meinte er. „Hast Du die Captain gesehen?“, fragte er dann nach, nachdem er Geodis nicht dort vorgefunden hatte, wo er sie gelassen hatte. Maggie, die bereits in ihre Arbeit vertieft war, schüttelte mit dem Kopf. „Nein, als ich hereinkam war niemand hier“, erklärte sie zusätzlich. Frank fluchte. Er hatte ihr doch gesagt, sie sollte bleiben, wo sie war. Die neue Captain war offensichtlich nicht weniger stur als Ariell es gewesen war.


Entsetzt sah Nummer Vier, wie sich aus sämtlichen Schiffen, bis auf das geenterte, Torpedos lösten. Viele wurden vom Sperrfeuer des Basissterns abgefangen, aber einige kamen durch. Nummer Vier schloß die Augen, während im Bauch des Basissterns die ersten Explosionen einsetzen. Sie würde nicht sterben. Ihre Seele würde in einem neuen Körper weiterleben, wenn das Wiedervereinigungsschiff nahe genug war. Ihre Finger huschten über die Tasten vor ihr. Sie hatten keine Chancen mehr, die Frauen von dem Schiff herunterzuschaffen und für ihr Zuchtprogramm zu nutzen. Nun gab es keinen Grund mehr, mit der Vernichtung des Schiffes zu warten. Sie aktivierte die Energie des Schiffes und begann die Selbstzerstörungssequenz.


Tomm Lucas starrte auf den Hauptcomputerkern vor sich. „Er hat sich von alleine aktiviert“, stellte er verwundert fest. Marina war auch perplex. Sie hatte nichts getan und doch hatte sich das Ding quasi von selber aktiviert. Die einsetzende Erleichterung setzte jedoch sofort aus, als ein lauter Signalton ertönte und gleich darauf verkündet wurde: „Selbstzerstörung in 5 Minuten. Weitere Warnungen werden nicht erfolgen.“ Ratlos starrten die beiden sich an, und stürzten sich dann auf der Computerkern, in der Hoffnung, ihn wieder abschalten zu können.


Torren Akida wäre beinahe aus dem Sessel gesprungen, in dem er gesessen hatte und dem Doktor dabei zugesehen hatte, wie er weiter Schaltkreise zusammenpuzzelte. „Computer, wer hat die Selbstzerstörungssequenz zerstört“, wollte er sofort wissen. Das vermaledeite Gerät gab sogar Auskunft, auch wenn sie unbefriedigend war „Unbekannt.“

Auch Natall Geodis fiel aus allen Wolken. Wie zum Teufel war das denn jetzt wieder zugegangen? Erst funktionierte gar nichts, dann wieder alles? Sie kam sich vor, wie im Irrenhaus. Sie aktivierte ihren Kommunikator, der jetzt eigentlich auch wieder funktionieren sollte, wenn der Hauptrechner wieder seinen Dienst versah. Ein Piepsen bestätigte ihr, daß eine Leitung offen war. „Computer, Selbstzerstörung deaktivieren. Autorisation Geodis Alpha 3 3 5 Tango“, sagte sie, ehe einer der Blecheimer dazu kam, sie davon abzuhalten.

„Autorisation akzeptiert“, verkündete der Rechner simultan aus ihrem Kommunikator und den auf der Brücke angebrachten Lautsprechern. „Stimmt der Erste Offizier Toreen Akida zu?“, wurde wie standardmäßig üblich nachgefragt.

Akida verschwendete auf der Brücke keine Zeit. „Selbstzerstörungssequenz abbrechen. Autorisation Toreen Bajor Delta Remma 1“, gab er umgehend zu Protokoll. „Selbstzerstörungssequenz abgebrochen“, lautete die Antwort, was dazu führte, daß schiffsweit Findlinge von Herzen rutschten.

Erleichtert lehnte Natall sich zurück, während sie aus halbgeschlossenen Augen auf eine Reaktion ihrer Bewacher wartete, die jedoch nicht einsetzte. Stattdessen wurde die Tür geöffnet und ein weiteres weibliches Crewmitglied wurde in die Shuttlebay geschoben.


„Ja!“, schrie Cat als der Basisstern in einem Feuerball verglühte. Nicht oft hatten die wenigen verbliebenen Menschen einen solchen Sieg über die Zylonen zu verzeichnen. Die Viperpilotin würde später ausgelassen feiern. Vielleicht sogar mit den Typen in den seltsam aussehenden Fliegern. Sie hatten sich wacker an ihrer Seite geschlagen. Sie waren Kollegen und die Piloten der Pegasus und der Galactica hatten heutzutage nicht mehr häufig Gelegenheit sich mit ihren Kollegen zu treffen. Der CAC der Pegasus sagte: „Fliegen wir heim, Jungs. Wir haben hier unsere Arbeit getan“ Dann drehte sie ihre Viper und flog die Landebahn der Pegasus gefolgt vom Rest des Geschwaders an.


„Maggie, haben wir eine Möglichkeit die Blecheimer vom Schiff zu beamen, jetzt wo die Energieversorgung wieder steht?“, wollte Frank Lincoln sofort nachdem der Alarm der Selbstzerstörungssequenz verstummt wir wissen. Die Technikerin hatte in der Zwischenzeit die Zusammensetzung des Zylonen auf dem Boden vor ihr analysiert. Sie rannte hinüber zur Konsole und checkte die Transporterräume. „Ja“, bestätigte sie Lincoln. „Wenn wir bis in einen der Transporterräume kommen, können wir alles erfassen, was aus den entsprechenden Metallen und Legierungen besteht erfassen und ins All beamen. Die Zusammensetzung der Dinger ist ziemlich einzigartig“, fügte sie hinzu.

Der Sicherheitschef und Elite-Force-Chef griff sein Gewehr fester. „Auf geht’s Maggie. Ab in den nächsten Turbolift und dann nichts wie in Transporterraum 3. Der ist von hier aus der nächste“, bestimmte er, während er bereits um die Ecke durch die Tür des Maschinenraums lugte und sie dann heranwinkte zum Turbolift, als er festgestellt hatte, daß die Luft rein war. „Du wirst uns von unseren Eindringlingen befreien“, meinte er, während er sie bereits durch die sich öffnenden Türen des Liftes schob.


Während auf der einen Seite des Wurmlochs zum Teil stark beschädigte Sternenflottenraumschiffe und die Pegasus lagen, und ein anderer Ausgang des Wurmlochs von der Galactica bewacht wurde, trieben von einem weiteren die Cryoten langsam weg. Sie hatten hier keine Nahrung gefunden. Also zogen sie einfach weiter auf dem ihnen eigenen Kurs dahin.