Cookies help us deliver our services. By using our services, you agree to our use of cookies.
PathfinderWiki
Log in

Log 55

From PathfinderWiki

Alte Geheimnisse
Autor: Ariell Needa
Autor: Seeta Yadeel
Anfangssternzeit: 57110,5
Endsternzeit: 57180,4
Anfangsdatum: 10.02.2380 (10:37 Uhr)
Enddatum: 07.03.2380 (00:38 Uhr)

Needa senkte einen Augenblick lang den Blick auf ihre Hände, die ruhig in ihrem Schoß ruhten. Sie war mehr als einmal in der Lage gewesen mit eben diesen Händen zu töten, auch wenn dies entgegen allem stand, woran sie glaubte. Es gab Situationen, in denen scheinbar kein anderer Ausweg offen stand. Doch jetzt, wo sie sich wieder einer solchen gegenüber sah, konnte sie nicht recht daran glauben. Gab es wirklich nur diesen einen Weg? Gab es die Berechtigung in einen Krieg zu ziehen, der nur Unglück und Leid brachte?

Sie hob wieder den Kopf und sah Sheridan an. „Sie haben mein größtes Bedauern.“ Flüsterte sie leise.

Und auch Sheridan erkannte die Hilflosigkeit seiner Lage. „Werden Sie bleiben?“ Auch das hatte sich Ariell in den wenigen Sekunden gefragt. Es gab Hunderte von Konsequenzen zu bedenken. Wie sollte sie entscheiden?

„An Bord meines Schiffes befindet sich nicht nur militärisches Personal.“ Sie stand auf, weil sie es nicht länger ertragen konnte ruhig sitzen zu bleiben.

“Ich habe die Verantwortung für die Familien meiner Besatzung. Die Kadetten.“ Sie schürzte die Lippen und sah Sheridan forschend an. „Ich habe die Verantwortung für jeden einzelnen von ihnen. Ich kann nicht hier und jetzt entscheiden, was mit der Katana passieren wird. Von der Sternenflotte einmal ganz abgesehen.“ Sie warf einen Blick aus dem Fenster hinter dem Präsidenten. „Außerdem hat mich Ihr Stationskommandant gerade beschuldigt, eine große Mitschuld an diesem Konflikt zu tragen.“

Fast als schäme sich John für diese Behauptung, senkte er den Blick. Er musste Needa recht geben. Auch wenn er nicht davon überzeugt war, dass die Sternenflotte die Centauri angreifen würden, so konnte er nicht von der Katana erwarten, dass diese nun hier blieb. Auch wenn er sich insgeheim gewünscht hatte, dass sich der Captain anders entscheiden würde, die Situation ließ kaum ein Bündnis zu. Nicht so lange die Fronten nicht geklärt waren.

“Ich muss zunächst herausfinden, was wir wirklich mit diesem Angriff zu tun haben. Erst dann kann ich eine Entscheidung treffen.“

Ariell suchte Sheridans Blick. „Mein Volk hat gerade erst einen schweren Krieg hinter sich gebracht.“ Sie sprach langsam und leise. „Ich weiß nicht, ob wir an einem weiteren zerbrechen würden. Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen?“


Jahre zuvor...

“Zielgebiet gescannt. Keine weiteren Schiffe.“

	„Startvorgang einleiten.“

“Einleiten des Starvorgangs T Minus zwanzig.“

	„Zielparameter vergleichen.“

“Ziel verglichen und bestätigt.“

	„Tachionenimpuls freigeben.“

“Freigabe des Tachionenimpulses. T Minus fünf.“

	„Zielparameter vergleichen.“

“Ziel verglichen und bestätig. Anstieg der Tachionen um zwölf Isoprem.“

	„Impuls fortsetzen und um weiter sechs Isoprem erhöhen.“

“Erhöhung um sechs Isoprem. Bruch im vor uns liegenden Raum.“

	„Um weitere sechs Isoprem erhöhen.“

“Erneute Erhöhung um sechs Isoprem. Vergrößerung des Bruchs.“

 	„ Vergleich...“

“Gul, wir registrieren eine Anomalie im Subraum. Der Bruch dehnt sich weiter aus.“

	„Tachionenimpuls abbrechen!“

“Abbruch des Impulses. Keine Reaktion. Weiterer Anstieg der Tachionen.“

	„Missionsabbruch!“

“Tachionen erreiche einen kritischen Wert. Der Bruch erreicht uns. Gul...“

	„Rückzug aus dem Gebiet! Sofort!“

“Gul, die Energie unseres Antriebs...der Bruch schließt uns ein...“

	„Sofort weg hier!“

“Unsere Antrieb...“

“Statusbericht!“

Forlian hab den Kopf von ihrer Anzeige und nickte bestätigend. „Das cardassianische Schiff würde in den Subraumspalt gezogen. Der Bruch hat jetzt die berechnete Größe erreicht.“

Orin schlug zufrieden ein Bein über das andere und beobachtete weiterhin das cardassianische Schiff, das hilflos im Subraum kämpfte.

“Nun, was habe ich Ihnen gesagt? Es wird funktionieren.“ Sagte er triumphierend.

“Habe ich je an Ihnen gezweifelt? Ich war sicher, dass sie es schaffen würden.“ Weyoun legte den Kopf ein wenig schief und lächelte hintergründig. „Die Gründer vertrauen Ihnen schließlich.“ – „Natürlich.“

Obwohl selbstsicher über seinen Sieg und den Erfolg seiner Mission beschlich Orin ein gewisses Unbehagen. Jenes drückende Gefühl, dass in Weyunes Gegenwart stets auf seinen Schultern ruhte. Er konnte den Vorta mehr als schlecht einschätzen und hatte bei im stets den Verdacht nur ein kleines Rad im Getriebe der großen Gründer-Maschine zu sein. Der Vorta war ihm gegenüber keineswegs ehrlich, das wusste Orin. Aber mehr noch hielt er bewusst Informationen zurück. Er hielt die Tholianer absichtlich klein. Vielleicht um sie eines Tages zu überrennen?

“Wie ist der Zustand des cardassianischen Schiffes?“ Wollte Weyoun wissen und trat an die taktische Konsole des Zerstörers.

“Unverändert. Wenn sie ihren Antrieb neu konfigurieren, können sie den Bruch durchfliegen...

“Feuer.“ Unterbrach Weyune ruhig die Ausführungen Forlians.

“Sie wollen auf die Cardassianer schießen?“ entsetzt wandte Orin sich in seinem Sitz um. Die Gründer waren mit den Cardassianern verbündet. Wenn sie jetzt auf sie schossen werden sie glauben... „Wir alle müssen Opfer bringen. Ich erwarte das Sie meinen Befehl ausführen.“


“Sie haben auf uns geschossen!“ Toran hatte wütend die Hände auf Damars schwarzen Schreibtisch gestützt und funkelte diesen an. „Wir sollten sie vernichten für diese Unverschämtheit! Statt dessen sitzt du hier und besäufst dich!“

Damar lehnte sich, sichtlich gelassen in seinem Stuhl zurück und drehte langsam das gefüllte Glas Kanar in seiner Hand, beobachtete wie sich das Licht in dem Kristallschliff brach und kleine dreckige Regenbogen auf der dunklen Flüssigkeit malte.

“Gut, wir vernichten sie. Und dann?“

Toran platzte fast vor Wut. Nicht genug, dass die Parek Nar zu seiner Flotte gehörte, der oberste Befehlshaber übte sich im Nichtstun und ignorierte den Zwischenfall ganz einfach.

“Dann besitze ich die Genugtuung für die 259 ausgelöschten Leben meiner Leute.“ Wieder antwortete Damar ihm nicht und betrachtete weiterhin das Glas in seinen Händen. Er würde sich diese Diskussion nicht geben. Würde nicht auf Torans Wut eingehen. Die Cardassianer kämpften an drei Fronten. Eine vierte konnten sie sich nicht leisten. Der Krieg der Gründer forderte jetzt schon mehr Leben, als überhaupt jemals angenommen. Das einst so stolze Volk der Cardassianer vegetierte nur noch vor sich hin. Die Kämpfe mussten ein Ende finden. Selbst wenn er der jenige war, der das Ende forderte.



Schweigend betrat Needa die Brücke. Wenn sie in diesen Konflikt irgendwie eingreifen wollten, musste sie schleunigst herausfinden, wer im Hintergrund die Fäden in der Hand hielt.

Und das konnte ihr niemand besser erzählen, als Toreen. Wenn einer wusste, ob die Föderation sich hinterhältig einmischte, dann er.

“Mr. Tannier, ich möchte Sie und Mr. Toreen in zehn Minuten in meinem Bereitschaftsraum sprechen.“ Der Minbari nickte stumm und folgte Needa mit den Augen, als diese in ihrem Bereitschaftsraum verschwand.

“Was will sie von dem Bajoraner?“ Lincoln, der außer Tomm Lucas der einzige auf der Brücke war, trat neben Tannier.

“Vielmehr sollte ich mich fragen, was sie von mir möchte.“ Erwiderte Tannier und nahm ein Padd zur Hand, um sich auf diesem Notizen machen zu können. Dann tippte er sich auf den Kommunikator. „Tannier an Toreen. Bitte melden Sie sich auf der Brücke.”

Er wartete keine Antwort ab und sah Lincoln wieder an. „Ich habe kein gutes Gefühl bei dem Gespräch mit unserem Captain.“ Gestand er.

“Wieso? Was sollte sie mit Ihnen besprechen wollen?“ – „Der Captain sieht blass aus.“

Lincoln verschränkte die Arme vor der Brust. „Ja, das ist mir auch schon aufgefallen. Seid wir auf Babylon 5 sind, scheint das alles sehr an ihr zu nagen.“

Lucas drehte sich an seiner Station um. „Ist sie krank?“ Unvermittelt schraken die beiden Männer aus ihrem Dialog hoch und wurde sich bewusst, dass sie nicht allein waren.

„Nein, der Captain ist nicht krank.“ Stellte Lincoln energisch fest. Und Tannier zuckte mit den Schultern. „Zu viele schlechte Nachrichten in letzter Zeit.“


Toreen zog sich unbehaglich die Uniform glatt und lehnte sich dann in seinem Sessel wieder vor. „Was soll ich dazu sagen, Captain? Mir ist diese Universum gänzlich unbekannt. Meine Informationen, was diesen Teil betrifft sind äußerst gering.“

Akida hatte es satt, dass Needa ihn jedes Mal so leicht durchschaute, und nicht davor zurückschreckte ihn mit allen Mitteln unter Druck zu setzten. Und jetzt, da der Minbari neben ihm saß, mit seiner undurchdringlichen Mine, wusste er gänzlich nicht mehr, was ihn erwarten würde.

“Mr. Toreen, sie sind Angehöriger des Geheimdienstes. Glauben Sie allen ernstes, dass ich ihnen das abkaufe?“ Ariells Geduldsfade war bis zum zerreißen gespannt, und sie hatte wenig Lust, wertvolle Zeit in Diskussionen mit dem Bajoraner zu investieren.

“Alles was ich über Babylon 5 weiß, bezieht sich auf die Zeit, seit ich an Bord dieses Schiffes bin.“

Mit blitzenden Augen sah der Captain ihn über den Tisch hinweg an. Sie konnte Tannier nicht noch einmal auf Toreen ansetzten. Das hätte sie beim letzten Mal schon nicht tun dürfen. Andererseits war jede Information die sie bekam lebensrettend für Sheridans Leute.

Undurchdringlich sah sie den Bajoraner an. „Dieser Teil des Universums steht kurz vor einem Krieg.“ Sie machte ein lange Pause um ihre Worte wirken zu lassen. Auch Akida musste ein Gewissen besitzen. „Sind wir für den Angriff auf Centauri Prime verantwortlich?“

Tannier wiegte das Padd in seinen Händen und ließ seinen Gedanken einen Moment lang freien Lauf. Er versuchte zu ergründen, welche Konsequenzen ein Krieg für ihn haben würde und kam zu einem unbefriedigenden Ergebnis. Der Preis war hoch, und vielleicht musste er sich zwischen der Katana und seinem Volk entscheiden.

Toreen ließ den Blick von einem zum anderen wandern, dann holte er tief Luft. “Nein.“ Sagte er schließlich.


„Was haben wir denn von diesem ‚Wurmloch?“ Toran begann an Damars Haltung zu verzweifeln. Schon seit Wochen war er nicht mehr bei der Sache, und ihm entglitt mehr und mehr die Kontrolle über das cardassianische Imperium. Überall lungerten diese Gründer herum und beanspruchten alles für sich.

Nach allem was sie ihnen bisher angetan hatten, war Damar ruhig geblieben und hatte zugesehen, wie eines ihrer Forschungsschiffe von denen vernichtet worden war. Wohin sollte das alles führen.

“Beruhige dich!“ platzte es aus dem Gul hervor und Toran schreckte kaum merklich zurück.

“Wir haben ernsthafte Probleme, die wir allein nicht mehr lösen können.“ Jetzt war es an Toran die Beherrschung zu verlieren. Was predigte er Damar denn seit Tagen? „Natürlich haben wir Probleme, große sogar.“ – „Septimus III ist gefallen.“

Toran hielt in seiner Wut inne und betrachtete Damar schweigend. „Was?“

“Die Gründer haben nichts unternommen um unsere Leute auf Septimus III zu retten. Sie alle sind tot.“ Die Düsternis von Damars Worten schien sich unmittelbar im Raum auszubreiten. „Alle?“ wiederholte Toran ungläubig. „Alle!“

“Und sei’s damit nicht genug, wir müssen Gebiet an die Breen abtreten.“ Damars Niedergeschlagenheit schien ins grenzenlose zu wachsen. „Gott, wie ich die hasse.“

“Was werden wir tun?“ – „Das, was wir schon längst hätten tun sollen. Kämpfen.“


Verwundert starrte Seeta auf den kleinen, metallischen Gegenstand in ihrer Hand. Sie hatte hart dafür gearbeitet und lange darauf gewartet ihn zu erhalten, doch jetzt sah sie den Veränderungen, die er mit sich bringen würde mit gemischten Gefühlen entgegen.

Sie fühlte, wie das Bett sich neben ihr senkte. Wie in Trance drehte sie ihren Kopf zu Andreas herum, der neben ihr platzgenommen hatte und einen ebensolchen metallenen Gegenstand in der Hand hielt. Auch auf seinem Gesicht zeichneten sich gemischte Gefühle ab. Er drückte sanft ihre Hand und meinte: „Du hast sie verdient.“

Sie schüttelte leicht mit dem Kopf, in dem Versuch die Benommenheit abzuschütteln, die sie seit Needas Eröffnung befallen hatte. „Du auch.“ meinte sie. Von diesem Tag hatte er sein Leben lang geträumt, das wusste sie so gut, als hätte es in Druckbuchstaben auf seiner Stirn gestanden. Und er würde einen hervorragenden Captain für die Ghandi abgeben, wenn er Beförderung und Kommando, das ihm von Starfleet Command angeboten worden war akzeptierte.

Sie ging hinüber zu dem boden hohen Spiegel und steckte sich ihren neuen Rangpin an den Kragen. Lieutenant Commander – sie hatte lange darauf gewartet. Sie war jetzt Mitte 30 und hatte damit fast alles erreicht, was man als Ingenieur in der Flotte erreichen konnte. Sie hatte einen anspruchsvollen Leitungsposten auf einem guten Schiff. Für sie war die Karriereleiter hier zuende, die einzige Steigerung, die für sie eines Tages vielleicht noch möglich sein würde, war eine Lehrposition an der Akademie. Und dafür erwarb sie gerade die besten Voraussetzungen durch die gelegentlichen Vorträge, die sie den Kadetten hielt, wenn sie gerade im Maschinenraum eingeteilt waren.

Andreas trat hinter sie und legte seine Hände von hinten auf ihre Schultern. „Steht Dir gut.“ sagte er, während ihre Blicke sich im Spiegel trafen. Wieder mal versanken braune in gelblich glühenden. Sie lächelte und drehte sich zu ihm herum. Vorsichtig nahm sie ihm den Pin und aus seiner Hand und steckte das kleine Metallteil an seinem Kragen fest. Dann trat sie zur Seite, damit er sich selber im Spiegel betrachten konnte.

Er fuhr mit seiner Hand an den glänzenden vierten Rangpin, so, als wolle er sich vergewissern, dass das wirklich sein Kragen war, den er da im Spiegel sah. Sie ging indes hinüber in den Wohnbereich und setzte sich nachdenklich an den Esstisch. Auch andere Beziehungen überstanden eine räumliche Distanz und Fernbeziehungen waren zwischen Sternenflottenoffizieren keine Seltenheit. Oft genug führte der Dienst die Partner an verschiedene Orte.

Sie fragte sich, ob Andreas und sie eine solche Fernbeziehung erfolgreich würden führen können. Ihre Beziehung war seit den Belastungen nach den Erlebnissen auf Varadan wieder erstarkt. Sie hatte es geschafft, das Erlebte erfolgreich zu bewältigen und ebenso wie sie selber war ihre Beziehung wieder erstarkt.

Sie hörte seine ihr so vertraute Stimme am Replikator. „Tee, zwei Tassen, Mischung Summers 3a.“ Sie hörte das leise Geräusch des Geräts in ihrem Rücken und seine Schritte, wie er zu ihr hinüber kam und sich schließlich setzte. Sie nahm das Teeglas mit dem dunklen Getränk aus seinen Händen entgegen und trank vorsichtig einen ersten Schluck der Schwarz-Tee-Mischung, die sie bevorzugte.

Andreas nahm ebenfalls einen Schluck und streckte die Hand über den Tisch zu ihrer freien aus und bedeckte sie mit seiner. „Ich könnte Dich mit auf die Ghandi nehmen. Die können eine solche gute Technikerin wie dich sicher brauchen.“ bemerkte er.

In ihr keimte einen Moment lang Hoffnung auf, dann schüttelte sie entschlossen den Kopf. „Die Ghandi hat einen Chefingenieur. Und ich habe einen Chefingenieursposten“ So egoistisch sich das auch anhören mochte, sie wollte nicht wieder die Nummer Zwei im Maschinenraum sein, nicht wieder einer von vielen Technikern. Hier hatte sie ihren eigenen Maschinenraum, ihre eigene Technikercrew, und es war eine gute. Hier hatte sie in drei Jahren mehr gelernt als auf den anderen Schiffen zuvor in all der Zeit zusammen, denn nur hier kam sie beständig mit anderen Kulturen und deren Technik in Berührung. Hier war sie nicht auf Föderationstechnik beschränkt, hier konnte sie mit allem aus den diversesten Universen arbeiten. Die Arbeit hier war so reizvoll wie sie mannigfaltig war. Und all dies gegen einen kleinen Ingenieursposten austauschen, nur um bei ihm sein zu können, das konnte sie nicht. Dazu war sie in den vergangenen Jahren zu sehr gewachsen.

Andreas drehte das Teeglas nachdenklich in seiner Hand. Die Situation war schwierig. So gern er den Posten wollte, so ungern wollte er eine räumliche Trennung von Seeta. Er hatte Angst, dass ihre Beziehung die Entfernung nicht überstand, dass sie letztendlich daran zerbrechen würde. Bei dem Gedanken zog sich sein Herz scheinbar schmerzhaft zusammen, so sehr hatte er die temperamentvolle und gelegentlich etwas schroff wirkende Frau schätzen und schließlich auch lieben gelernt.

„Ich könnte ablehnen und hier bleiben...“ sagte er schließlich, auch wenn ein Teil seines Wesens gerade das niemals verkraften würde. Sie hob den Kopf und sah ihn verwirrt an. „Die Stelle die ich derzeit habe ist auch sehr reizvoll.“ fügte er hinzu. Sie öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Erneut sah sie ihn an und schüttelte dann entschlossen den Kopf. „Du willst diesen Job, Andreas. Du hast seit Deinem ersten Tag auf der Akademie auf den Posten hingearbeitet, der Dir hier angeboten wird.“

Sie stand auf und kam zu ihm herum, sank in die Knie und griff nach seinen Händen. „Wenn Du diese Stelle wegen unserer Beziehung ablehnst, dann wird das auf Dauer schlimmer sein, als wenn Du ihn annimmst. Vielleicht nicht heute oder morgen. Aber irgendwann schon.“ antwortete sie leidenschaftlich.

Hilflos sah er auf seine Freundin hinunter, die offensichtlich versuchte, ihn zu dem zu Überreden, von der wusste, dass es auf lange Sicht für seine Karriere und für ihn das Beste war, auch wenn es ihn von ihr wegführte. Impulsiv zog er sie in seine Arme. Der Tee auf dem Tisch war vergessen. Sie lagen sich wie zwei Ertrinkende in den Armen. Dann verschwanden sie gemeinsam im Schlafzimmer. Keiner von ihnen wollte offen aussprechen, was ihnen doch beiden klar war.


Ariell saß in der Astrometrie an einer den Konsolen und hatten den Kopf auf ihre verschränkten Arme gelegt. Egal, wie sie’s drehte, sie kam nicht dahinter.

“Wenn wir’s nicht waren, wer dann?“

Lincoln hatte sich bereits seiner Uniformjacke entledigt und saß auf dem großen metallischen Podest vor dem Bildschirm. Genau wie Needa hatte auch er einen Knoten im Kopf. „Mir gehen die Ideen aus.“

Tannier schien der einzige zu sein, der nach wie vor konstruktiv arbeitete. Und so erschien auf dem Wandschirm plötzlich eine Abfolge von Bildern, die den Angriff auf den Planeten der Centauri zeigte.

“Mr. Toreen hatte recht. Die Warpsignatur entspricht keinem Modell der Föderation.“

Ruckartig hob Needa den Kopf. „Wir habe Daten die das belegen?“

Tannier nickte. „Einige sogar.“ Er sah zu Lincoln, der ihn ebenso fassungslos wie der Captain anstarrte. „Über Umwege und Kanäle, die ich hier jetzt nicht nennen möchte. Es wäre jedoch von Vorteil, wenn Dr. Lazarus zu unserem Team stoßen würde. Er sollte uns bei der Analyse helfen können.“



Forlian zog an ihrer Atemmaske und erleichterte den Druck auf ihrer rechten Schläfe. Es war ihr zuwider unentwegt auf dieses Assesoire angewiesen zu sein. Doch auf dem Schiff der Gründer war diese unverzichtbar geworden.

Mürrisch sah sie die spinnenhafte Gestalt ihr gegenüber an.

“Dieser Aufenthalt wir unerträglich.“ Knurrte sie. „Wir müssen zu einem Abschluss kommen.“ Und die Spinne antwortete ihr.

Nicht mehr lange würden sie brauchen. Ihre Mission war fast zu Ende.


„Was bedeutet das jetzt?“ Lincoln hatte weiterhin seine Arme vor der Brust verschränkt, und Needa beschlich allmählich das Gefühl den Iren noch nie in einer anderen Haltung erlebt zu haben. Atmete er überhaupt? Hatte er sich heute überhaupt schon einmal bewegt? Müde strich sie sich eine Strähne aus der Stirn und sah wieder zu Lazarus, der eine der Konsolen in der Astrometrie bediente.

“Wir sind es nicht gewesen, aber wir können es auch nicht beweisen.“

Lazarus strich sich mit einer Hand über das Kinn, während er die andere unter seinen Ellenbogen schob.

“Wenn wir uns die Aufzeichnungen genau ansehen, lässt sich feststellen,“ er vergrößerte einen Ausschnitt „das wir hier deutliche Fluktuationen haben.“ – „Ähnlich wie bei einem schlecht eingelegten Film?“

Der Doktor nickte. „Wenn wir dieses primitive Beispiel nehmen wollen.“

“Eine Fälschung?“ wollte Needa jetzt wissen.

Sowohl Lazarus als auch Tannier sahen sich unschlüssig an. „Das können wir nicht mit Bestimmtheit sagen, was die Umstände allerdings betrifft, da sind sich Mr. Tannier und ich einig, glauben wir nicht daran, das der Angriff der Centauri durch die Föderation geschah.“

“Aber wir können es nicht beweisen?“ Versicherte sich Lincoln. Tannier nickte. „Nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Wir müssten zuerst das Schiff finden.“


Toreen saß an einem der Fensterplätze des Diners und beobachtete wie zwei der Föderationsschiffe, die zu ihrer Eskorte gehörten, sich aus der Formation lösten und wenig später auf Warp gingen.

Needa, hatte den beiden Schiffen Anweisung gegeben ihren ‚Konvoi’ zu verlassen und sich auf die Suche nach dem unbekannten Schiff zu machen.

Auch die beiden Schiffe der Defiant-Klasse sollten in wenigen Stunden einen ähnlichen Auftrag bekommen.

Da sie nicht wussten, nach was sie suchten, glich dieses Schiff der berühmten Nadel im Heuhaufen. Es war sinnlos.

Auch die Katana würde zum Abend hin ihre Position bei Babylon 5 aufgeben und wieder Richtung Wurmloch fliegen.

Die derzeitige Lage war zu kritisch, um in diesem Sektor zu bleiben. Wohin sie dieses Manöver wohl bringen würde.

Toreen strich mit den Fingerspitzen über seine volle Cappuccino Tasse und berechnete sein eigenes Kalkül.

Der Captain wusste, dass er mehr Informationen besaß, als er preisgeben wollte, aber wie weit durfte er gehen? In Bezug zu dieser Sache hatte er keine nähere Oder erhalten. Eigentlich mehr Schweigen als Befehle.

Und jetzt oblag es ihm über das Schicksal einer Besatzung zu entscheiden. Und das Bündnis, das zu Babylon 5 bestand.


Seeta hatte ihre Hände in die Hüften gestemmt und dann mit hochrotem Kopf in ihrem Ingenieursbüro. Es war keine Stunde her, seit das letzte Schiff ihrer Eskorte Babylon 5 verlassen hatte, und jetzt stand Lazarus mit einem unmöglichen Auftrag vor ihr. Sie arbeitete immer noch wie ein Tier, um die letzten Mängel seit ihres Absturzes zu beheben. Wovon sie die meiste Zeit ihrer Kunst auf dem Fliegerdeck des Squadrons verbrachte.

Und jetzt das.

“Wissen Sie wie groß des Bereich bis zu den Centauri ist? Wie soll ich das machen? Wir brauchen schon ein Wunder, um dieses Geisterschiff zu finden!“ Der Tev’Mekianer macht ein verständnisvolles Gesicht, wich aber von seiner Bitte nicht ab.

“Es ist von immenser Wichtigkeit, dass wir herausfinden, wer die Centauri angegriffen hat. Ich bin mittlerweile sogar der Ansicht, dass dieses Schiff an dem Angriff auf die Katana beteiligt war.“ Er machte eine Pause und reichte Seeta erneut das Padd, das diese zuvor trotzig auf den Schreibtisch geschmissen hatte. „Bitte.“


Tannier hatte nur kurz geschlafen, als sich der Türsummer zu seinem Quartier meldete. Es war ungewöhnlich früh, und der Grossteil der Besatzung sollte sich im Schlafzyklus befinden. Trotzdem war Tannier augenblicklich auf den Beinen und gewährte dem nächtlichen Besucher Einlass.

“Ich komme zu einer ungelegenen Zeit.“ Akida fuhr sich nervös durchs Haar „Aber ich denke, dass Sie das hier wissen sollten.“

Tannier machte eine einladende Bewegung. „Vielleicht möchten Sie reinkommen Mr. Toreen?“ Doch der Bajoraner winkte ab, vielmehr übergab er dem Minbari eine Sammlung Datenkristalle um sich dann wieder umzudrehen und den Korridor hinunter zugehen.


„Als Septimus III fiel, lief Damar zur Föderation über und Half einem Stoßtrupp unter der Führung Colonel Kiras auf Cardassia Prime.“

Summers, Lincoln und Needa nickten einvernehmlich, sich sehr gut an das Ende des Dominion-Krieges erinnernd.

“Was wir bisher jedoch nicht wussten ist dies.“ Tannier betätigte die Anzeige am Wandschirm und diese wechselte zu einer Reihe von Bauplänen.

“Die Cardassianer waren am Bau eines stabilen Wurmlochs beteiligt. Eines, dass in dieses Universum führt.“

Summers beugte sich in seinem Sessel vor und rief die Anzeige als holographische Projektion in der Tischmitte auf. „Unser Wurmloch?“

Doch Tannier schüttelte den Kopf. „Nein, es gibt ein weiteres.“

“Wenn die Cardassianer ein solches Wurmloch besitzen, warum sind sie dann nie in diesem Universum aufgetaucht?“ Sowohl Summers als auch Lincoln beschlichen Zweifel. Die Cardassianer hatten die Centauri überfallen? Nach allem, was bisher gewesen war, kochten die Gemüter der Dominion-Veteranen bei diesem Gedanken schnell hoch.

“Nein. Es ist in der Tat schlimmer.“


Persönliches Computerlogbuch, Tannier, Sternzeit 57.180,4

Nach Durchsicht der Aufzeichnung Toreen Akidas, wissen wir jetzt, dass es ein weiteres, stabiles Wurmloch in diese Universum gibt. Es gibt etliche Daten und Belege dafür, dass nicht das Föderationsuniversum als erstes die Grenze überschritt, sondern der erste Reisende aus unserem Universum stammt. Das Wurmloch, dass von der Katana bisher genutzt wurde, ist wesentlich jünger als das, an dessen Konstruktion die Cardassianer beteiligt waren. Es gibt außerdem Aufzeichnungen, dass dieses Wurmloch im Territorium der Breen liegt und unter der Anleitung einer weiteren, unbekannten Rasse erbaut wurde. Allerdings haben weder die Breen, noch die Cardassianer je dieses Tor durchflogen.

Ich beginne mich also zu fragen, weshalb.

Ende des Eintrags